Maupertuis (Pierre Louis Moreau de), berühmter franz. Mathematiker, geb. zu St.⸗Malo 28. Sept. 1698, nahm 1718 Kriegsdienste, die er nach einigen Jahren wieder aufgab, um sich den Stüdien zu widmen. Er wurde 1723 in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen, ging später nach London, dann nach Basel und wurde 1736 an die Spitze der Akademiker gestellt, die Ludwig XV. nach Lappland schickte, um durch eine genaue Gradmessung in Verbindung mit einer zu gleicher Zeit in Peru ausgeführten die Gestalt der Erde zu bestimmen. M. veröffentlichte darüber das treffliche Werk «De la figure de la terre, déterminée par les observations, etc. »(Par. 1738, mit Kupfern). Im 5 1740 folgte er einem Rufe Friedrichs II. nach Berlin, um die Präsidentenstelle bei der Akademie zu übernehmen. Er begleitete den König ins Feld und wurde in der Schlacht von Mollwitz gefangen. In Wien nahm ihn der Kaiser sehr ehrenvoll auf und erlaubte ihm, nach Berlin zurückzukehren. Hier wurde er später in mehrere Streitigkeiten verwickelt, vornehmlich über einen Aufsatz in den «Memoireno der berliner Akademie (1746), die Gesetze der Bewegung und Ruhe nach dem metaphysischen Prinzip der kleinsten Wirkung betreffend, welchen König in Franeker angriff, indem er die Idee dazu Leibniz beilegte. Im J. 1756 reiste M. nach Frankreich und begab sich 1758 nach Basel, wo er im Hause seines Freundes Bernoulli 27. Juli 1759 starb. Als Schriftsteller ist M. geistreich und voll Phantasie, aber oft auch gesucht, steif und parador. Die beste Ausgabe seiner gesammelten Werke erschien unter dem Titel K&Oeuvres de M. in 4 Bdn. (Lyon 1768). Vgl. Anglievel de la Beaumelle, Vie de M.o (Par. 1856).