FeedMezzofanti
ReligionBrockhaus 1882

Mezzofanti (Giuseppe)/ einer der ausgezeichnetsten Sprachkenner, geb. 17. Sept. 1774 zu Bologna, wo er auch seine Bildung erhielt, 1797 zum Priester geweiht wurde und seit 1804 teils als Professor an der Universität, teils auch (seit 1812) als Bibliothekar wirkte. In Rom, wo er sich seit 1831 aufhielt, wurde er zum Monsignore befördert, 1833 zum Sekretär des Kollegiums der Propaganda, dann auch an Angelo Mais Stelle zum ersten Custos der Vatikanischen Bibliothek ernannt. Am 13. Febr. 1838 erfolgte M.s Erhebung zum Kardinalpriester. Er starb 14. März 1849 zu Neapel. M.s europäischer Ruf gründete sich weniger auf seine litterarischen Arbeiten als vielmehr auf sein eminentes Talent, sich fremde Sprachen anzueignen. Gegen Ende seines Lebens sprach und verstand er 58 Sprachen der verschiedensten Stämme. Vgl. die biographischen Schriften von Malavit (Par. 1853) und Russel (Lond. 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 692Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 10

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6