Mineralöl ist im weitern Sinne die Bezeichnung für die dem Mineral⸗ oder Erdreich entstammenden, resp. aus demselben gewonnenen BGle, also einschließlich des Erdöls (s. d.), resp. Petroleums (s. d.). Im engern Sinne versteht man dagegen unter M. nur die durch trockene Destillation von Steinkohlen, Braunkohlen, Torf, bituminösen Schiefern u. dgl. hergestellten flüssigen Leuchtstoffe, die untereinander wieder als Hydrocarbür, Photogen, Solaröl unterschieden werden. Von den verschiedenen Rohmaterialien, die im Laufe der Zeit bei der Fabrikation dieser dle Verwendung gefunden haben, haben sich viele als unbrauchbar erwiesen und haben verlassen werden müssen, weil die Ausbeute an Produkt die Bearbeitungskosten nicht lohnte. Erst als man dieses erkannte und eine richtige Auswahl unter den Rohmaterialien traf, ist es möglich geworden, eine lukrative Industrie auf die Gewinnung der M. zu begründen. Von allen sind nur zwei technisch verwertbare Rohstoffe übriggeblieben, der eine ist die Bogheadkohle, welche in Schottland verarbeitet wird, der andere eine besondere Varietät der Braunkohle, die sog. Schwelkohle, welche in der Umgegend von Weißenfels, Zeitz, Bitterfeld und an einigen andern Orten vorkommt. Die Schwelkohle unterscheidet sich von der gewöhnlichen Braunkohle und die Bogheadkohle unterscheidet sich von der Steinkohle durch einen etwa doppelt so hohen Gehalt an gebundenem Wasserstoff und durch dieses Verhältnis ihrer Bestandteile werden sie zur Gewinnung von Olen und Paraffinen geeignet. Die Mineralölindustrie hat sich, seitdem man dies erkannt und von allen sonstigen Materialien abgewandt hat, nicht allein gegen die gewaltige Konkurrenz des amerik. und russ. Petroleums behauptet, sondern ist an Bedeu⸗ .Miinte Jahr zu Jahr gestiegen.