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HimmelskundeBrockhaus 1882

Mittag oder Süden heißt diejenige der vier Himmelsgegenden (s. d.), wo die Sonne und die meisten übrigen Gestirne, von unserer nördl. Halbkugel aus betrachtet, bei ihrer scheinbaren täglichen Bewegung die größte Höhe am Himmel haben. M. oder Mittagszeit nennt man den Augenblick, in welchem der Mittelpunkt der Sonne in den Meridian (s. d.) oder Mittagskreis eines Ortes tritt. Von diesem wahren ist der mittlere M. verschieden. Der letztere tritt dann ein, wenn eine gedachte, sich nicht in der Ekliptik, sondern im Aquator und zwar vollkommen gleichmäßig bewegende Sonne durch den Meridian gehen würde; jener erfolgt bald früher, bald später als dieser und fällt nur viermal im Jahre mit dem mittlern M. zusammen. Mittagshöhe nennt man die Höhe eines Sterns, die er dann hat, wenn er bei seiner täglichen Bewegung in den Mittagskreis gekommen ist. Mittagslinie ist die Durchschnittslinie der Mittagsfläche, d. h. der Ebene des Meridians mit dem Horizont. Sie dient zu astron. Beobachtungen, zur Zeitbestimmung, zur Orientierung der Sonnenuhren, zu geodätischen Messungen u. s. w. Zu astron. und geogr. Gebrauche hat man die Mittagslinie gewisser Orter durch ganze Länder fortgezogen. Mittagspunkt oder Südpunkt ist der Durchschnittspunkt des Mittagskreises mit dem Horizont nach der Mittagsgegend hin. (J. d.) im Meridian.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 774Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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