FeedMontecerböli
ErdkundeBrockhaus 1882

Montecerböli, Anhöhe im Cecinathale der ital. Provinz Pisa, 420 m hoch, bekannt durch die dort befindlichen Borquellen (agoni oder kumacchi genannt). Namentlich in der Nähe der Fabrikgebäude entspringen heiße Quellen von einer Temperatur von 24 bis 45 R. In öder und wilder Gegend stiegen hier aus den Wassertümpeln hohe Dampfsfäulen und aus dem Mergelboden fuhr heiße Luft durch offnungen (soklioni) hervor, die in dem darüber befindlichen Wasser Strudel bildete. Diese Dämpfe waren schon zur Römerzeit gefürchtet und galten als Ursache der übeln Luft. Seit 1810 wurde daraus die schon 1777 nachgewiesene Borsäure gewonnen; 1818 erhielt Larderel aus Paris die Lagoni in ewige Pacht, und infolge seiner Anordnungen wurde die Gewinnung von Borsäure so ergiebig und gewinnbringend, daß Larderel Millionär und Graf wurde. Aus einer Solfatare wird hier auch reichlich Schwefel gewonnen. In therapeutischer Hinsicht hat sich das Wasser der Quellen von niedrigerer Temperatur beischron. Gastralgien und Magenschwäche, die heißern dagegen, die man meist zum Baden verwendet, bei Rheumatismus, Hautkrankheiten etc. sehr wirksam erwiesen. Vgl. Raspi, KMitteilungen über einige der vorzüglichsten Heilquellen von Toscanav (Wien 1851).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 838Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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