Moskwa, ein 445 Em langer linker Zufluß der in die Wolga fallenden Oka im russ. Gouvernement M. oder Moskau, entsteht in einem Sumpf des Gouvernements Smolensk, berührt in dem Gouvernement Moskau die Städte Moshaisk und Swenigrod, durchfließt die Stadt Moskau (s. d.), wo sie schiffbar wird, und mündet unterhalb Kolomna. Oberhalb Moskau ist die M. bis 85, unterhalb bis 165 mbreit; im Frühjahr aber schwillt sie an der Mündung hoch an, indem die Oka sie aufstaut; dann ist sie reißend und zerstörend. Bei Moskau bedeckt sie sich meist von Ende Oktober bis gegen Anfang April mit Eis. Ihr Gefälle ist gering. Ihr oberer Lauf ist mittels des Moskwakanals mit der Wolga verbunden. Denkwürdig ist die M. geworden durch die Schlacht vom 7. Sept. 1812, die fälschlich auch nach der Stadt Moshaisk (s. d.), von den Russen aber nach dem Dorfe Borodino (. d.), dem Stützpunkt ihres rechten Flügels, benannt wird. Kutusow hatte endlich den Rückzug eingestellt und eine starke Stellung hinter der Kalotscha genommen. Die Front war ziemlich kurz und durch Verschanzungen, darunter die Rajewskischanze, gedeckt, und das russ. Heer stand in vielen Treffen. Kaiser Napoleon ließ am 7. Sept. durch den Vizekönig von Italien zuerst den rechten Flügel der Russen, dann aber durch Davoust mit großer Macht deren linken bei Semenowskoje und durch Morand die Rajewskischanze, um welche mit wechselndem Erfolg gekämpft wurde, angreifen. Die Reservekavallerie unter Murat mußte lange im Feuer halten, und die Schlacht dauerte neun Stunden und gewährte dem Kaiser keinen vollkommenen Sieg, weil er seine Garden nicht einsetzen wollte. Die gänzliche Erschöpfung beider Teile beendigte den äußerst blutigen Kampf, in welchem die Russen über ein Drittel, die Franzosen fast die Hälfte ihrer Streitkräfte verloren. Die Russen schrieben sich den Sieg zu, zogen sich aber bis hinter Moskau zurück, welches Napoleon 14. Sept. besetzte. Eine treffliche Beschreibung der Schlacht findet sich in den «Denkwürdigkeiteno des Generals Grafen von Toll (herausg. von Bernhardi, oskwa (Fürst von der), s. Ney (Michel).