Mosquitoküste oder Moskitoküste (lengl. Mosquitia, Mosquito Coast), die centralamerik. Ostküste an der Karaibischen See vom Rio Rama im S. bis zum Kap Cameron im N., ist ungesund und deshalb nur spärlich bevölkert. Am zahlreichsten sind die wild umherstreifenden, von Jagd und Fischfang lebenden Mosquitos, Mischlinge aus Negern und Indianern. Tiefer im Innern hausen noch unvermischte, meistens spanisch redende Indianerstämme, die sich von den Mosquitos vorteilhaft unterscheiden. Die Hauptprodukte des Landes sind Kaffee, Zucker, Kakao, kostbare Hölzer, Sassaparille, Ingwer, Schildpatt und tropische Nahrungspflanzen. Die Wälder sind reich an Jaguaren, Pumas, Tigerkatzen, Schlangen, Wild, Alligatoren und Ameisenbären. Von Columbus 1502 entdeckt und 1523 von Christoval de Olide für die Krone Castilien in Besitz genommen, wurde die M. von den Spaniern nie ganz unterworfen. Nach der Eroberung Jamaicas kam sie 1655 unter das Protektorat Englands, wurde jedoch 1786 an die Spanier abgetreten. Letztere verließen infolge eines Überfalls unter dem Fürsten Tempest das Land wieder, sodaß der Oberhäuptling frei und souverän wurde. Im J. 1825 wurde ein eingeborener Häuptling zu Belize als „König der Mosquito-Nationo feierlich gekrönt. Bei seinem Tode ernannte er den brit. Agenten in Belize zum Nachfolger, wozu dieser von seiner Regierung die Vollmacht erhielt. Seitdem machte Großbritannien auf das Protektorat des Königreichs Anspruch, besetzte 1848 den Hafen San-Juan und versuchte sich der ganzen Küste zu bemächtigen. Dieser Schritt führte zu einem diplomatischen Streite mit den Vereinigten Staaten von Amerika, welcher durch den sog. Clayton-Bulwer-Vertrag vom 4. Juli 1850 geschlichtet wurde, wonach keine der beiden Mächte eine Herrschaft über das Land erstreben solle. Letzteres ging inzwischen wieder auf einen König aus der Mitte der Mosquitohäuptlinge über, thatsächlich aber wurde es von den Engländern weiter regiert. Hauptsächlich durch die energische Opposition der Vereinigten Staaten gegen den neuen engl. Schutzstaat kam es 28. Jan. 1860 zwischen Nicaragua und England zum Vertrag von Managua. Durch diesen wurde San-Juan ein freier Hafen. Nicaragua sollte nach dem Abzuge der Engländer das Protektorat über die Mosquitos ausüben, wogegen jene die Suzeränetät der Republik anerkennen und der König und seine Nachfolger eine rein administrative Gewalt haben sollten. Der König starb 1864 und Nicaragua erkannte seinen Nachfolger nicht an. Jetzt gehört das Land vom Kap Cameron bis zur nördl. Mündung des Rio Coco zu Honduras, von da bis zum Rio Hueso unmittelbar zu Nigaragua, der Rest ist den Mosquitos reserviert.