FeedSan-Gimignano
ErdkundeBrockhaus 1882

San-Gimignano, Stadt in der ital. Provinz und im Bezirk Siena, 360 m über dem Meere, hat durch seine alten Gebäude, Mauern und 13 Türme noch heute vollkommen mittelalterliches Gepräge. An der Piazza della Collegiata oder del Duomo finden sich die hervorragendsten Bauten des Orts: der Palazzo Pubblico oder Palazzo Comunale aus den J. 12881323, mit Wandgemälden von Lippo Memmi (1317) und Sodoma; der Palazzo del Podesta mit prächtiger Loggia; die Hauptkirche La Collegiata oder Pieve aus dem 11. Jahrh., im 15. durch Giuliano da Majano umgebaut, mit zahlreichen Fresken aus dem 14. und 15. Jahrh., unter denen die von Domenico Ghirlandajo in der Cappella Santa-Fina die besten Schöpfungen dieses Meisters sind. Die 1280 begonnene Kirche Sant-Agostino hat im Chor schöne das Leben des heil. Augustinus darstellende Fresken Benozzo Gozzolis von 1465. Im Palazzo delle Scuole befindet sich eine Bibliothek mit 100 Handschriftenbänden und ein kleines Museum. S. zählt (1881) 4554 (Gemeinde 8539) E., hat ein Gymnasium, eine technische Schule und Weinbau: der hier geerntete Vernaccia ist eine der besten Sorten Toscanas. Die Stadt war im 13. und 14. Jahrh. ein blühendes unabhängiges Gemeinwesen und kam 1353 durch Bürgerzwist unter die Oberherrschaft von Florenz. Sau-Giovanni a Teduccio, Dorf und Villenort unmittelbar südöstlich von Neapel, an der Küste des Golfes, ist Station der Eisenbahn Neapel-Eboli und hat (1881) 14507 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 179Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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