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ErdkundeBrockhaus 1882

Lodi, Stadt und Hauptort des uder Addn Kreises in der ital. Provinz Mailand, an der Adda, über welche hier eine 195 mlange Brücke führt, an der Bahnlinie Mailand-Piacenza, ist der Sitz eines Bischofs, eines Gerichtshofs erster Instanz, einer Unterpräfektur und Kollegialprätur, einer Handels- und Gewerbekammer, ist gut gebaut, hat mehrere große Paläste und 19 meist reichverzierte Kirchen. Der freundliche Marktplatz ist mit Bogengängen geziert. Neben dem Dom mit got. Fagade verdienen Erwähnung die von Bramante 1476 erbaute Kapelle Incoronata mit Fresken, schönen Gemälden von Callisto Piazza und restaurierter Kuppel, der bischöfl. Palast, das große und schöne Theater und das von Barnabo Visconti erbaute, jetzt in ein Hospital umgewandelte Kastell. Die Stadt zählt (1881) 18 681, als Gemeinde 25 478 E. und hat ein bischöfl. Seminar, ein Lyceum, ein Gymnasium, eine technische Schule, ein berühmtes Englisches Damenstift und andere Lehr⸗ und Erziehungsanstalten, viele Seidenfilatorien und eine große Fabrit chem. Produkte. Vor allem berühmt aber sind die Majolika-Arbeiten und die Parmesankäse, die nicht in Parma, sondern lediglich in und um L. verfertigt und weithin versendet werden. Die Viehzucht ist sehr bedeutend. Die in der Nähe bei San-Colombano gebauten Weine der Brianza gehören zu den besten der Lombardei. Am Lambro liegt, 5,5 Kkm westlich von der Stadt, Alt-Lo di oder L. vecchio, mit 3464 CE., welches die Mailänder 1111 und 1158 zerstörten. Dies war die alte Stadt Laus Pompeji, benannt vom Vater des großen Pompejus, der sie in ein röm. municipium verwandelte. Das jetzige L. verdankt seine Entstehung dem vom Kaiser Friedrich Barbarossa nach der Zerstörung Mailands 1162 angelegten Kastell Borgo d'Isella. Der Ort wurde 1167 durch den lombard. Städtebund belagert und zum Beitritt gezwungen; 1416 wurde er vom ** Filippo Maria Viscontis erstürmt und fiel an das mailändische Fürstentum. Am 5. April 1454 ward daselbst ein Friede zwischen Mailand und Venedig zeschlossen. Am 10. Mai 1796 wurden bei L. die sterreicher von Bonaparte geschlagen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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