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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Sandarak oder Sandarakharz (Resina Sandaraca) ist ein zerreibliches, trockenes, fast durchsichtiges, geschmackloses, gelblichweißes Harz, welches in länglichen, außen etwas bestäubten, auf dem Bruche glänzenden Stücken zu uns kommt, in Terpentinöl sich vollständig, in Alkohol aber unvollständig auflöst und erwärmt oder auf Kohlen gestreut angenehm aromatisch riecht. Dasselbe schwitzt aus der Rinde eines im nördl. Afrika einheimischen, 5—7 m hohen oder auch nur strauchigen Nadelholzes, des vierklappigen Sandarakbaums (Callitris quadrivalvis Vent.), welcher der Cypresse ähnlich ist, aber stielrunde, schlänglichte Astchen und sehr breit geflügelte Samen trägt. Man unterscheidet im Handel zwei Sorten: auserlesenen (Sandaraca electa) und gemeinen S. (Sandaraca in sortis). Die Anwendung des S. ist Stentels 1 ziemlich unbedeutend, zumal da er rößtenteils mit dem Mastix übereinkommt. Das eingepulverte Harz wird auf radierte Stellen des Schreibpapiers gerieben, damit wieder aten geschrieben werden kann, ohne daß die Tinte breit fließt. Auch benutzt man dieses Harz zu Räucherpulvern, Salben und Weingeistfirnissen. Das Sandarakharz besteht aus einem Gemisch von drei Harzen, die saure Eigenschaften besitzen; 80 Proz. lösen sich in kaltem Alkohol. Die harzige Substanz, die sich bei gemeinem Wachholder unter der Rinde ansammelt und dann sich auch oft in der Erde vorfindet, heißt deutscher Sandarak oder Wachholderharz und war früher offizinell.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 189Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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