FeedGuajakharz
PflanzenreichBrockhaus 1882

Guajakharz, Resina Guajaci, stammt von Guajacum officinale L. (s. unter Guajakholz); dasselbe fließt aus den in die Rinde des lebenden Baumes gemachten Schnitten freiwillig aus und erstarrt an der Luft zu kugeligen oder länglichen, hasel- bis walnußgroßen, bräunlichroten Tropfen, Guajacum in lacrimis; eine zweite im Handel sich findende Sorte, Guajacum in massis, wird teils durch Zusammenkneten der Körner, teils durch Auskochen des an Harz sehr reichen Holzes desselben Baums gewonnen; diese bildet unregelmäßig geformte, dunkelbraune bis braungrüne Stücke, die mit Holz und Rindenmassen durchsetzt zu sein pflegen. Das den Körnern oder Stücken anhaftende, durch Abreibung entstandene Pulver ist schmutziggrün gefärbt. Dünne Splitter des Harzes sind durchscheinend mit gelber bis brauner Farbe. Bei der Wärme der Hand erweicht es noch nicht, beim Kauen klebt es etwas an der Zunge und hinterläßt einen kratzenden Geschmack, es schmilzt bei 85 C. und verbreitet einen an Benzos erinnernden Geruch. Es ist weit schwerer als Wasser, sein spezifisches Gewicht beträgt 1,205 bis 1,230. Es ist löslich in Alkohol, Ather, Chloroform, Aceton, Nelkenöl, Ammoniak, nur teilweise löslich in Schwefelkohlenstoff und Benzol, unlöslich in Terpentinöl. An der Luft färbt es sich unter Mitwirkung des Lichts grün und dann blau; dieselbe Färbung bringen alle oxydierend wirkenden Körper hervor, so Ozon, Chlor, salpetrige Säure, Chromsäure; auch in Berührung mit frischen Schnittflächen von Pflanzenteilen wird es blau. Das Harz ist ein Gemenge verschiedener Substanzen, von denen folgende genauer untersucht sind: Guajaconsäure CHI.0e, Guajacylsäure oder Guajaksäure CHsO,„Guajakharzsäure 30 Hes O. und ein gelber Farbstoff, Guajakgelb. Bei der trockenen Destillation liefert das Harz Guajacol C„HsO, oder Monomethyl-Brenzkatechin, welches auchim Buchenholzkreosot sich findet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 586Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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