Santonin, Cis HISs O3, der wirksame Bestandteil des Wurmsamens, Flores Cinae. (S. unter Artemisia und Zittwersamen.) Das S. bildet krystallinische, glänzende, geruchlose Plättchen, die kaum in kaltem Wasser, in 250 Teilen kochendem Wasser, leichter in Weingeist, Ather, Chloroform löslich sind. In alkalischen Flüssigkeiten ist es leicht löslich und wird 3155 Säuren daraus wieder abgeschieden. Mit alkoholischem Kali gibt es eine sich nach und nach entfärbende scharlachrote Lösung. Durch Einwirkung des Lichts wird es verändert und muß sorgfältig vor Zutritt des Lichts bewahrt werden. Das S. dient als Wurmmittel und wird namentlich in Form von Pastillen (Santoninplätzchen) gegeben; in großen Dosen wirkt es giftig, besonders auf die Nervencentren, auch schon in geringen Dosen erregt es Gelbsehen und färbt den Harn citronengelb.