Schlitten (frz. traineau, chariot, glissoir; engl. sledge, sleigh, slide, truck, sliding-carriage, sliding-block). In der ursprünglichen Form ist der S. oder die Schleife das älteste und einfachste Hilfsmittel zum Transport von Lasten. Dieses Fahrzeug besteht aus zwei meist hölzernen, parallelen, durch geeignete Querverbände miteinander vereinigten Bäumen, Läufer oder Kufen genannt, die an ihrer Unterseite gehörig geebnet, auch wohl mit Eisen beschlagen sind, um auf dem Erdboden mit möglichst wenig Reibung fortgleiten zu können. Den Räderfuhrwerken gegenüber haben die S. den Nachteil, daß sie nur auf glatten Flächen oder auf besonders hergestellten Spurbahnen mit Vorteil verwendet werden können. Aus diesem Grunde beschränkt sich heute der Gebrauch von S. auf die Fälle, wo man glatte Bahnen zur Verfügung hat, oder wo zu große Gefälle den Gebrauch des Wagens verbieten; so bedient man sich ihrer in Gebirgsgegenden zum Holztransport aus den Wäldern. Die ausgedehnteste Anwendung finden die S. im Winter, wenn durch Schneefall und Frost eine glatte Bahn zur Verfügung steht. Die verschiedenen Konstruktionen weichen im wesentlichen wenig voneinander ab, da eigentlich nur die Anordnung des dem Wagenkasten entprechenden Teils Modifikationen unterworfen ist, während das tragende Gestell, im eigentlichen Sinne S. oder Schleife genannt, sich gleich bleibt. Neben den einfach aus einem Gestell bestehenden S., wie sie zum Transport von Holz dienen, sind die diesenähnlichen Kinderschlitten, auch Käsehütschen genannt, zu erwähnen, ferner die in Norddeutschland vielbenutzten Peekschlitten, deren Gestell nur eben so groß ist, daß die Füße des Fahrenden auf demselben Platz finden, und bei denen die Fortbewegung mittels einer Peeke oder Pike (einer langen, unten mit einer eisernen Spitze versehenen Stange) erfolgt, die der auf dem S. Stehende mit beiden Händen erfaßt und in den Boden oder das Eis einstößt, wodurch er sich und das Fahrzeug vorwärts bewegt. Sehr gebräuchlich sind die Stuhlschlitten, die meist nur aus einem hohen Stuhl mit an den sen b angebrachten Kufen bestehen. In Sportkreisen beliebt sind die Segelschlitten, bei denen ein die Kufen verbindender Querbalken einen Mast aufnimmt, an welchem ein großes Segel befestigt ist, und noch Raum für eine oder zwei Personen bietet. Im Maschinenbau versteht man unter Schlitten im allgemeinen einen Konstruktionsteil, der sich, in Nuten geführt, in einer Horizontal⸗ oder Vertikalebene bewegen kann; im besondern bei Hobelmaschinen den das Werkzeug oder auch das Arbeitsstück tragenden Teil, ferner den Support einer Drehbank, bei Flintenbohrmaschinen den eisernen Schieber, auf welchem der Gewehrlauf befestigt wird, um dem Bohrer entgegengeführt zu werden.