Sedaine (Michel Jean), beliebter franz. Lustspiel⸗ und Operndichter, geb. zu Paris 4. Juli 1719, lernte anfangs das Maurerhandwerk. Einige poetische Versuche erwarben ihm die Gunst von Lecomte, welcher ihm die Mittel verschaffte, sich seit 1752 gänzlich der litterarischen Beschäftigung zu widmen. Am bedeutendsten ist das, was S. im Genre der komischen Oper geleistet hat. Das erste Stück, welches er für die Bühne schrieb, war Le diable à quatreo (1756), dessen Musik Philidor komponierte. Seine ansprechendste komische Oper ist Rose et Colas o (1764). Auch haben sich einige andere, z. B. «KXline, reine de Golconded, Amphytriono, Le magnifiquen, Aucassin et Nicoletten, Richard Cœur-de-Liono (1784) und (Guillaume Tellh (1791), von denen mehrere von Gretry und Monsigny komponiert wurden, teilweise lange auf dem Repertoire erhalten. Unter seinen Lustspielen, welche im ganzen etwas nüchtern gehalten, verdient Le philosophe sans le savoiro (1765) den Preis, daneben La gageure imprévuer (1768). Eine Art von Fortsetzung des erstgenannten Lustspiels gab George Sand in ihrer RMariage de Vietorinen (1851). Die Chansons und satirischen Episteln, welche er in großer Anzahl dichtete, waren ihrer Zeit sehr beliebt, auch das Lehrgedicht Le vaudevilles (Par. 1756) bietet ansprechende Züge. S. wurde 1768 Mitglied der Akademie und starb 17. Mai 1797. Seine &Oeuvres dramatiquesv erschienen zu Paris 1760 und 1776 (4 Bde.); eine Auswahl besorgte Auger mit biograph. Notizen in den Oeuvres choisieso (3 Bde., Par. 1813).