Sandeau (Léonard Sylvain Jules), namhafter franz. Romanschriftsteller und Theaterdichter, geb. 19. Febr. 1811 zu Aubusson im Depart. Creuse, ging nach Paris, um daselbst Jurisprudenz zu studieren, widmete sich aber bald der Litteratur. Den Anfang seiner Schriftstellerlaufbahn bezeichnet der Roman Rose et Blanchep (5 Bde., 1831), gemeinschaftlich mit George Sand (s. d.) gearbeitet. Hierauf folgte der von S. allein verfaßte Roman Madame de Sommervilles (1834). Der glänzende Erfolg seines Romans Marianay machte den Autor zum Mitarbeiter an der Revue de deux Mondesv, welche seitdem den größten Teil seiner Romane und Novellen zuerst ins Publikum brachte. Sein erstes Stück «Mlle. de la Seiglières erschien 1851 auf dem Theätre frangais und blieb auf dem Repertoire. In Gemeinschaft mit E. Augier schrieb er dann La pierre de touches (Théatre francais, 1853), Le gendre de M. Poirierd (Gymnase, 1854) und La ceinture dorées (Gymnase, 1855). Im J. 1858 wurde er Mitglied der Französischen Akademie. Eine Sammlung von Novellen erschien 1859 in zwei Bänden. Seine Nopelle Mean de Thommerayo (in der Revue des deux Mondesv, auch besonders abgedruckt, 1872) fand mit seinem politische Tagesfragen betreffenden Inhalt außerordentlichen Anklang und wurde 1874 von C. Augier und dem Verfasser zu einem patriotischen Rührstück verarbeitet. S. starb 21. April 1883 zu Paris.