Saintine (Kavier), eigentlich Boniface, genannt S., franz. Dichter, geb. zu Paris 10. Juli 1798, widmete sich, nachdem die Akademie sein Lehrgedicht „Le bonheur que procure l'etude (Par. 181⁷7) gekrönt, ausschließlich litterarischen Beschäftigungen. Auf seine Poëmes, odes, épitresv Par. 1823) ließ er unter dem Namen RXavier eine Reihe von Lustspielen und Vaudevillesstücken folgen, die er teils allein, teils aber in Gemeinschaft mit andern verfabte. Von seinen novellistischen Arbeiten fanden die Contes philosophiqueso, die unter dem Titel «Jonatham le visionnairen (2 Bde., Par. 1827) erschienen, keinen Anklang. Mehr Interesse gewährten „Le mutilén (Par. 1832; 4. Aufl. 1834), eine psychol. Schilderung, und das Sittengemälde Une maitresse sous Louis XIII.» (2 Bde., Par. 1834). Die hervorragendste seiner Schöpfungen war aber Picciolan (Par. 1836 u. öfter), eine allegorische Dichtung (in Prosa), welche eine moralisierende Richtung hat und von der Akademie gekrönt wurde. Hieran schlossen sich unter anderm noch: Les récits de la tourelles (2 Bde. Par. 1844), Les métamorphoses de la femmes (3 Bde., Par. 1846), Les trois reineso (2 Bde., Par. 1853), (La seconde vie, réves et réveriesd (Par. 1864) u. s. w. S. starb zu Paris 21. Jan. 1865.