Sehnenreflex oder Sehnenphänomen, ein reflektorischer Vorgang, welcher darin besteht, daß beim Beklopfen gewisser Sehnen (Achillessehne, Kniescheibenband u. a.) eine plötzliche Zusammenziehung (Zuckung) des betreffenden Muskels erfolgt. Die Untersuchung der S. ist ein wertvolles diagnostisches Hilfsmittel für die Erkennung gewisser Nervenkrankheiten. Sehnenscheiden (vaginae tendinum), in der Anatomie röhren⸗ oder kanalförmige, mit einem feinen Cpithel überzogene und durch eine eiweißartige Flüssigkeit schlüpfrig erhaltene Hohlräume, innerhalb deren die Sehnen (s. d.) bei ihren Bewegungen hin⸗ und hergleiten. Durch übermäßige Muskelanstrengungen können sich die S. entzünden, was sich durch Anschwellung und mehr oder minder große Schmerzhaftigkeit des betreffenden Gliedes, sowie durch ein eigentümlich knirschendes oder knarrendes Geräusch bei Bewegungen zu erkennen gibt. Die Behandlung einer derartigen Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) besteht in kalten Umschlägen, absoluter Ruhe und Schonung der erkrankten Extremität und Jodeinpinselungen.