FeedSerajewo
ErdkundeBrockhaus 1882

Serajewo (auch Sarajewo und Bosna-Seraj), die Hauptstadt der von Ssterreich occupierten Provinz Bosnien, an der Miljatzka, einem Zufluß der Bosna, 520 müber dem Meere, in einer auf drei Seiten von hohen Bergen gesäumten Thalmulde, hat (1879) 21377 E., darunter 14848 Mohammedaner, 3747 griech.⸗orient., 698 röm.⸗ kath. Christen und 2077 Jsraeliten. S. ist der Sitz der Landesregierung, eines kath. Erzbischofs und eines griech. Metropoliten. Die Industrie ist namentlich durch Metallfabrikation (Kupfer und Eisen) vertreten. Unter den zahlreichen Neubauten, die seit der Occupation entstanden sind, stehen die für Militärunterrichts- und humanitäre Zwecke in erster Reihe. Das bereits bestehende Untergymnasium soll zu einem vollständigen erweitert werden. Seit 1882 ist die Stadt durch die Bosnabahn mit Brood an der Save verbunden. „Serampore oder Sirampor (dän. Frederiknagor), Stadt im Distrikt Hugly der Division Bardwan der Lieutenantgouverneurschaft der Untern Provinzen der brit.ind. Präsidentschaft Bengalen, liegt nördlich von Kalkutta, auf dem rechten Ufer des Hugly, hat ein mehr europ. Ansehen als Kalkutta und alle andern Städte in seiner Nachbarschaft und zählt (1872) 24 440 E. Früher zu Dänemark gehörend, gelangte S. 22. Febr. 1845 durch Kauf mit andern dän. Niederlassungen in Ostindien an die Englisch Ostindische Kompagnie. S. ist durch die seit 1799 daselbst blühende Missionsanstalt engl. Baptisten berühmt geworden. Dieselbe leitete 20 Missionsstationen in Bengalen und ließ die Bibel sowohl, als auch einzelne Bücher derselben in mehr als 25 ind. und andere asiat. Sprachen übersetzen. Auch sorgte sie für die Herausgabe zahlreicher, daselbst in Druck erscheinender Sprachlehren, Wörterbücher und Gebetbücher für diese Sprachen und richtete für sie Unterrichtsanstalten, sowie ein Seminar für Hinduprediger ein. Außerdem sind noch die Papierfabriken von S. wegen der Güte ihres Fabrikats erwähnenswert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 710Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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