Surakarta, Residentschaft im mittlern Drittteil der niederländ. Insel Java in Hinterindien, 6228 akm groß, nördlich von der Residentschaft Samärang, westlich von den Residentschaften Kadu und Diokjakarta, südlich vom Ocean und östlich von der Residentschaft Madiun begrenzt. Die Bevölkerung zählt (1879) 917585 Seelen, von denen 2447 Europäer, 909043 Eingeborene, 5847 Chinesen, 48 Araber und 200 andere orient. Fremdlinge. Der Boden in S. ist, wo nicht Gebirgsverhältnisse vorherrschen, fast überall sehr fruchtbar und befindet sich in vorzüglichem Kulturzustande. Die Residentschaft S. bildet das Besitztum von zwei vornehmen Lehnsträgern der niederländ. Regierung, denen aber gegen bedeutende Jahrgehälter von letzterer jeder Einfluß entzogen wurde. Der bedeutendste dieser Vasallen ist dersog. Susuhannan, d. h. Kaiser von S., der zweite der von ihm unabhängige Prinz Paku Allam. Hauptort von S., Residenz beider genannten Vasallenfürsten und Sitz rider niederländ. Behörden ist Surakarta, häusig 8auch Solo genannt, mit (1880) 124041 C. n Surãt, Surãte lind. Soratha), Hauptstadt des ngleichnamigen Kollektorates in der Division Guzerate „der brit.⸗ostind. Präsidentschaft Bombay, unter 2¹⁷ „10,/ nördl. Br. und 72· 52“ östl. L. (von Greenwich), „auf dem linken Ufer des Tapti, an dessen Münrdung in den Golf von Cambay in einer fruchtbaren nEbene gelegen. S., Station der Eisenbahn Ah⸗ . madabad-Bombay, ist ein ummauerter Ort mit dsengen, krummen Gassen, einem einfachen Palast „des pensionierten Nabobs von S. und einem von 3den Wohnungen der Engländer umgebenem Fort. „Für diese ist S. besonders als Militärstation von rWichtigkeit. S. besitzt viele Moscheen, Pagoden nund Parsentempel, große Bazars, sowie ein ind. Hospital für kranke Tiere. Auch sind noch die Gebäude der frühern franz. und holländ. Faktoreien erhalten. S. war lange Zeit Hauptstadt des Reichs Guzerate und wurde von dessen Sultan 1598 gegen „die Portugiesen durch eine starke Citadelle befestigt. „Gleichwohl nahm es der Großmogul Akbar 1572 rin Besitz, worauf es als kaiserl. Hafenstadt und „Marinestation mächtig aufblühte. Ende 1612 gründeten hier die Engländer, 1617 die Holländer und 1675 die Franzosen Faktoreien. Seit 1639 war S. Hauptort der engl. Handelskompagnie, bis 1683 Bombay dazu gewählt wurde, auch 1675 79 Mittelpunkt der franz. Kompagnie, bis Pondichery solcher wurde. Durch die Maharatten im 17. und 18. NN durch Seuchen und den Verfall der kaiserl. Macht herabgekommen, fiel 1. März 1759 S. nebst der Citadelle, 5. Jan. 1782 auch die reiche Faktorei der Holländer in die Hände der Briten, welche 1800 den Nabob pensionierten. Durch das Emporblühen Bombays sank aber S. allmählich von seiner frühern Handelsgröße ganz herab. Früher war S. eins der bedeutendsten Emporien des Welthandels in Indien. S. zählte 1796 angeblich 6—800000 E.; 1881 dagegen nur noch 109844, darunter reiche parsische Kaufleute. Die Bajaderen S.s gelten für die anmutigsten Tänzerinnen in Indien. Mit dem Handel, der ietzt nur noch Baumwolle und etwas Getreide zur Ausfuhr 67 ist auch die einst blühende Industrie gesunken, welche die Fabrikation von Baumwoll- und Seidenzeugen, Shawls, Juwelierarbeiten, Gemälden, Schmucksachen aus Elfenbein umfaßte, sowie auch die Bereitung von Indigo, Tabak, Töpferwaren u. s. w. S. Fecbn ist infolge der Versandung des Tapti jetzt nur für Schisfe von 40— 50 t zugänglich. Sein Hafen an der Mündung des Tapti ist Swalli oder Siwalli lind. Siwalaja, d. h. Wohnung des Siwa), eigentlich nur eine durch Süd⸗ und Südwestwinde gefährdete Reede, wo die größern Schiffe an der Barre vor Anker gehen. Der Distrikt zählt auf 4800 qkm 607087 E.