FeedSimferöpol
ErdkundeBrockhaus 1882

Simferöpol, früher unter dem Namen Ak-Metschet, d. h. weiße Moschee, die Residenz des Oberkommandierenden der tatar. Armee, seit 1784 unter dem jetzigen Namen Hauptstadt des russ. Gouvernements Taurien, liegt im südl. Teil der Krim 76 Ekm nordöstlich von Sewastopol, an dem Fluß Salgir, den nordwestl. Vorbergen des taurischen Hochlandes und der Eisenbahn Losowo-Sewastopol, und gewährt, von reizenden Villen, Obsthainen und prachtvollen Gärten umgeben, von den Anhöhen aus betrachtet, einen überaus malerischen Anblick. Besonders schön ist der neuere Teil der Stadt, mit vielen stattlichen Krongebäuden; dagegen ist die sog. Tatarenstadt, welche den großen Bazar enthält, eng, winkelig und unrein. S. zählt (1881) 29028 E., ist der Sitz eines Gouverneurs, eines Mufti, einer Medizinalverwaltung, eines Domänenhofs, eines Meßcomptoir und zweier Curatel-Gefängniskomitees, hat eine prächtige, in venet. Geschmack erbaute Kathedrale, 15 andere griech.⸗ russ. Kirchen, eine luth. und eine kath. Kirche, ein armen. Bethaus, eine Moschee und eine Synagoge, ein Gymnasium mit einer Abteilung zur Bildung tatar. Lehrer, eine russ. Kreisschule und mehrere tatar. Schulen, eine Wohlthätigkeitsanstalt und einige Tabak⸗, Licht⸗ und Seifenfabriken. S. ist der Stapelplatz aller Produkte und Waren der Krim. Der Handel ist unbedeutend; doch findet ein starker Export von Obst, Walnüssen, krimschen Nüssen (fundaki) und Wein über Perekop nach Cherson, Charkow u. s. w. bis nach Moskau statt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 830Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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