FeedSizebolu
ErdkundeBrockhaus 1882

Sizebolu, s. Sisebolu. Sias, Fluß in den russ. Gouvernements Nowgorod und Petersburg, entspringt in Sümpfen im Kreise Tichwin im Gouvernement Nowgorod, hat im allgemeineneinen nordnordwestl. Lauf und mündet in den Ladogasee nach einem Lauf von 246 km, von welchen 100 km schiffbar sind; seine Breite beträgt 20—200 m, die Tiefe 2—8 m. Der S. wird durch den Kanal von Tichwin mit Tschagadotscha, einem Nebenfluß der Mologa, verbunden, welche letztere sich in die Wolga ergießt. Daher dient der S. zur Verb. Siaß der Wolga mit dem Baltischen Meere. uStjäßischer Kanal, s. unter Ladogasee. uSiedlez, Gouvernement in Russisch-Polen, im hOsten des Landes, zwischen dem Bug und dem Wieprz gelegen, 14334 akm groß, mit (1883) 630238 CE. Der Boden stellt eine Ebene dar, die nvon zahlreichen kleinen Nebenflüssen des Bug und Wieprz durchflossen wird, große und schöne Wälder enthält und im allgemeinen fruchtbar ist. Die Bevölkerung baut Weizen, Buchweizen, Zuckerrüben und Obst. — Die Gouvernementsstadt Sjedlez, an der Eisenbahn Brest-Litowsk-Warschau, mit 12950 E., hat ein großes, prachtvolles Schloß (1883) und schönes Rathaus, handelt besonders mit Weizen und liefert das berühmteste Weizenbrot Polens. Sieradz, Kreisstadt im Gouvernement Kalisch im russ. Polen, am linken Ufer der Warta, mit 15038 E., liegt in einer schönen, fruchtbaren Ebene und hat reiche Obstgärten und Tuchfabriken. ewk, Kreisstadt im russ. Gouvernement Orlow, am Sjew gelegen, mit (1883) 8442 E., welche Hanfspinnerei und Weberei sowie bedeutenden Handel mit Hanf, Getreide und Hanföl treiben. Sjöberg (Erik), schwed. Lyriker, geb. 14. Jan. 1794 im Kirchspiele Ludgo in Södermanland, studierte in Upsala und lebte dann teils hier, teils in Stockholm in größter Dürftigkeit bis zu seinem Tode 4. März 1828. Seine Gedichte, die er unter dem Namen Vitalis 1819—26 in einzelnen Heften herausgab und die nach seinem Tode von Geijer gesammelt (Stockh. 1828; neue Aufl., Stockh. 1873; deutsch von Kannegießer, Lpz. 1843) erschienen, zeigen bald eine melancholische Stimmung, bald tiefen Humor, bald eine religiöse Resignation. Sjögren (Andr. Joh.), verdienter Geschichts- und Sprachforscher, geb. 8. Mai 1794 im Kirchspiele Ithis in Finland, studierte 1813 zu Abo. ging 1820 als Hauslehrer nach Petersburg und veröffentlichte die Schrift: «über die finn. Sprache und ihre Litteraturo (Petersb. 1821). Seit 1823 Bibliothekar des Grafen Rumänzow, unternahm er 1824—29 eine wissenschaftliche Reise durch Finland und das nördl. Rußland bis zum Ural. Nach der Rückkehr wurde er als Adjunkt in die petersburger Akademie aufgenommen,‚, 1832 zum außerordentlichen Akademiker befördert und 1833 zugleich zum Bibliothekar der zweiten Abteilung der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften ernannt. Als Früchte seiner Reise erschienen außer den Anteckningar om församlingarne i Kemi-Lappmarky (Helsingf. 1828) mehrere meist histor. Abhandlungen in den Mémoireso der petersburger Akademie. Die Erblindung des rechten Auges veranlaßte ihn 1835 zur Niederlegung des Bibliothekaramts, worauf er eine neue wissenschaftliche Reise nach dem Kaukasus unternahm. Im Dez. 1844 ward S. zum ordentlichen Akademiker für die Philologie und Ethnographie der finn. und kaukas. Völker ernannt, 1845 zugleich mit dem Direktorium des akademischen ethnogr. Museums beauftragt und zum Staatsrate befördert. S. starb 6. Jan. 1855. Nach seinem Tode wurden von der Akademie S.s Histor.⸗ ethnogr. Abhandlungen über den finn.⸗russ. Nordenv (Petersb. 1861) als der erste Band seiner „Gesammelten Schrifteno herausgegeben; den zweiten Band füllen seine Grammatik und sein Wörterbuch der Sprache der Liven (besorgt von Wiedemann, 2 Tle., Petersb. 1862). S.s „Ossetische Sprachlehre war schon 1844 erschienen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 854Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6