FeedSkapolith (von ams, Stab)
NaturlehreBrockhaus 1882

Skapolith (von ams, Stab), ein in tetragonalen Formen, namentlich in langen vier⸗ oder achtseitigen Prismen krystallisiertes Mineral, von Glasglanz und Fettglanz, farblos oder von heller, trüber Farbe, mit der Härte 5 und dem spezifischen Gewicht 2,6s bis 2,s; die chemische Zusammensetzung der als S. bezeichneten Vorkommnisse ist recht schwankend, und es scheinen hier Zusammenkrystallisierungen zweierGrundmischungen in verschiedenen Beuptoeiund vorzuliegen; die stets vorhandenen auptbestandteile sind Kieselsäure (48—56 Proz.), Thonerde, Kalk, Natron, sowie geringe Mengen von Chlor. Die S. sind mannigfachen Zersetzungsprozessen unterworfen, infolge deren sie matt, trübe und weich werden, Wasser und Kohlensäure aufnehmen. Vor dem Lötrohr lassen sie sich unter starkem Aufschäumen schmelzen, von Salzsäure werden sie als Pulver zerlegt. Ihre Hauptheimat sind die Kalk- und Magneteisenerzlager, in denen sie eingewachsen vorkommen, so zu Arendal in Norwegen, vielorts in Schweden, im finnischen Kirchspiel Pargas, in Massachusetts, Neuyork und Neujersey; auch als Gemengteil in schwed. Amphiboliten und Gneisen. Zum S. gehören auch der sog. Porzellanspat von Passau, die pyrenäischen Mineralien Dipyr und Couseranit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 858Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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