Skelett (sceletum, vom grch. ενοe, der Schenkelknochen) oder Gerippe nennt man das von den Weichteilen befreite Knochengerüst des tierischen Körpers in seiner natürlichen Gestalt. Entweder sind die Knochen noch durch die mit einem Firnis überzogenen Gelenkbänder verbunden, oder diese sind gleichfalls entfernt und die Knochen durch Drähte, Schrauben, Kautschukbänder oder dgl. aneinander befestigt; im erstern Falle nennt man das Ganze ein natürliches, im letztern ein künstliches S. Von kleinern Tieren oder solchen, welche viele kleine Knochen besitzen, ebenso von Kindern und jungen Tieren, bei denen die Gelenkenden noch nicht verknöchert sind, lassen sich fast nur natürliche S. fertigen. Ist das Knochengerüst der verschiedenen Tierklassen in seiner Gesamtheit und allen seinen Teilen schon so charakteristisch, daß man leicht, ohne Naturkundiger zu sein, aus dem S. die Klasse, zu der es gehört, zu erkennen vermag, so kann sogar der Naturforscher aus verschiedenen Merkmalen bei S. von Menschen und größern Tieren schließen, welcher Rasse, welchem Alter und Geschlecht die Individuen, von denen sie genommen sind, angehörten, und aus einzelnen Knochen und selbst Teilen derselben erkennen, von welchen Tieren sie herrührten. Bei den wirbellosen Tieren, deren Gestalt nicht durch ein Knochengerüst, sondern durch die mehr oder weniger harte äußere Haut bedingt wird, pflegt man die letztere wohl auch als Hautskelett zu bezeichnen. Das menschliche Skelett besteht, mit Einschluß der Zähne, Gehörknöchelchen und Sesambeinchen, aus 245 einzelnen Knochen von der verschiedensten Gestalt und Größe. (S. die Tafel: Skelett des Menschen, sowie die Beschreibung der einzelnen Skelettteile in den betreffenden Artikeln, wie Arm, Bein, Becken, Brust, Kopf, Schädel, Schulter, Wirbelsäule u. s. w.)