Snodfelle (grönländische) sind die Felle des jungen gemeinen nordischen Seehundes (Phoca vitulina). (S. auch Robbenfelle.) Suoilsky (Carl Johan Gustaf, Graf), schwed. Dichter, geb. 8. Sept. 1841 zu Stockholm, widmete sich nach akademischen Studien in Upsala 1860—64 der diplomatischen Laufbahn, die er jedoch 1879 verließ, um fortan ganz der litterarischen Produktion zu leben. Von seinen Gedichtsammlungen sind zu nennen: Smädiktere (1861), „Orchideéer (1862), Diktero (1869; 4. Aufl. 1883), (Sonnettero (1871), Nya Diktero (1881), Dikter, 3 Samlingeno (1883). Auch lieferte er 1876 eine Übersetzung der „Samedit Balladen. S. ist seit 1876 Mitglied der Schwedischen Akademie. norri Sturluson, ein durch seine polit. wie litterarische Thätigkeit gleich hervorragender Isländer. Geboren 1179 zu Hvamm, einem Hofe seines Vaters Sturla, den vornehmsten Geschlechtern des Landes verwandt, erzogen beim gelehrten Jon Loptsson zu Oddi, erreichte er unter seinen oligarchischen Genossen auf Island eine bedeutende Stellung (S. war wiederholt Gesetzsprecher, 1215 —18 und 1222—31) und wußte sich auch bei dem norweg. König Hakon und dem Herzog Skule, die er zweimal (1218—20 und 1237—39) in Norwegen heimsuchte, die höchsten Auszeichnungen zu erwerben. Aber geneigt, die auf eine Unterwerfung Jslands unter das norweg. Scepter gerichteten Pläne beider Fürsten zu unterstützen, um dadurch seine persönliche Macht auf Island zu befestigen und sich über seine Gegner (Thorgils skarde und Gissur) zu erheben, wurde er von diesen durchschaut und fiel durch Mörderhand auf seinem Gut Reykjaholt 23. Sept. 1241. Als Schriftsteller behäuptet S. den höchsten Rang in der Litteratur seines Vaterlandes, ein Meister der histor. Prosa nicht minder als in der heimischen Skaldendichtung. Von seinen Gedichten ist nur noch eins erhalten, das Hättatal, ein in 102 Strophen von ebenso viel verschiedenen Versmaßen verfaßtes Lobgedicht auf König Hakon und Herzog Skule; es bildet, von einem metrischen Kommentar begleitet, einen Bestandteil der Edda (herausg. von Th. Möbius, 2 Bde., Halle 1879 u. 1881). S.s Prosawerke sind die Edda und die Heimskringla. Die erstere ist eine Darstellung der Skaldensprache, ihrer Ausdrücke und Umschreibungen (Käldskaparmah), in Verbindung mit einer nordischen Mythologie (Gylfaginning) als der Hauptquelle dieser Umschreibungen, und mit Snorres metrischem Gedicht Hättatal und dessen Kommentar. (S. Edda.) Die Heimskringla, d. h. Weltkreis, ein aus den Anfangsworten des Werks von dessen erstem Herausgeber J. Peringskiöld gebildeter Name, ist eine Geschichte der norweg. Könige (Noregs-konunga sögur) von der ältesten Zeit bis zum Ausgang des 12. Jahrh. Das Werk ist in 16 Sagas geteilt, deren erste von den schwed. und norweg. Ynglingern, als den Vorfahren der norweg. Könige, und deren letzte von König Magnus Erlingsson (gest. 1184), dem unmittelbaren Vorgänger Sverres, handelt. Die Heimskringla ist herausgegeben von Joh. Peringskiöld (Stockh. 1697), von F. Schöning und Sk. Thorlacius (Kopenh. 1777— 83) und von C. Unger (Kristiania 1868); deutsche, doch unvollendete übersetzungen, die in ihren Einleitungen auch S.s Leben ausführlicher behandeln, von F. Wachter (Lpz. 1835—36) und G. Mohnike (Strals. 1837). Von beiden Werken, der Edda und der Heimskringla, wird nur die erstere dem S. von gleichzeitigen Quellen beigelegt, während seine Autorschaft der letztern, nirgends durch ein altes Zeugnis ausgesprochen, auf ziemlich späten Angaben (von 1550 und 1599) und auf Schlüssen neuerer Gelehrten beruht. Die eine wie die andere, in der uns überlieferten Gestalt jedenfalls nur zu größern oder kleinern Teilen von S. selber verfaßt, bekunden jedoch eine Reinheit und Vollendung der Darstellung, eine Fülle des Wissens, eine Schärfe und Umsicht der Kritik, wie sie in solcher Vereinigung kein Werk der altisländ. Litteratur auch nur entfernt aufzuweisen vermag. Vgl. Storm, «Snorre Sturlassons Historieskrivningo (Kopenh. 1873); Boahern, «Snorre Sturlessön (Kopenh. 1879).