FeedSonnenfisch
TierreichBrockhaus 1882

Sonnenfisch ist der volkstümliche Name zweier Fische, erstens eines in die Familie der Makrelen (s. d.) gehörigen, auch Petersfisch, Heringskönig (Leus faber) genannten, nur gelegentlich in der Nordsee auftretenden, an Europas Westküste und im Mittelmeer häufigen echten Knochenfisches, und zweitens des eigentümlichen, auch als Schwimmender Kopf bezeichneten Orthragoriscus Mola, welcher die größte Form der Haftkiefer (Plektognathen, s. d.) ist und in allen offenen Meeren, auch in der Nordsee, gefunden wird. Sonnenflecken. Man erblickt auf der Sonnenscheibe größere und kleinere Flecken von unregelmäßiger Gestalt und in größerer oder geringerer Anzahl; sie erscheinen in der Mitte schwarz und am Rande mit einem weißlichgrauen Hofe (Penumbra), der auch oft in große Flächen ohne jenen erkennbaren schwarzen Kern zerfließt. Die Flecken entstehen und verschwinden zuweilen mitten auf der Sonne schnell und ohne alle bemerkbare Veranlassung; häufiger aber sieht man sie schon gebildet am östl. Rande eintreten und sich nach dem westl. Rande bewegen, an BEröget sie, ungefähr 13—14 Tage nach ihrem ersten Erscheinen, wieder verschwinden und hierauf nach derselben Zeit am östl. Rande wieder hervorkommen. Die ganze Erscheinung trägt sich so zu, als wenn diese Flecken in etwa 27 Tagen einen Umlauf um die ganze Sonne machten. Um den 10. Juni beschreiben sie während ihrer Sichtbarkeit von Norden nach Süden hinabgehende gerade Linien auf der Sonne. In den folgenden Monaten fangen diese Bahnen an sich zu krümmen und bilden Ellipsen, deren Höhlung sich aufwärts kehrt und deren Offnung sich später erweitert. Um den 10. Sept. ist die letztere am größten. Dann nähern sich diese krummen Linien wieder geraden Linien, und um den 10. Dez. erscheinen sie vollkommen gerade. Hierauf wiederholen sich die angegebenen Erscheinungen, nur in umgekehrter Richtung, und die Periode beträgt gerade ein Sonnenjahr. Man erklärt dies alles vollständig, wenn man die Flecken nicht als eigene dunkle Himmelskörper, wie ehemals geschah, sondern als der Sonnenkugel selbs Weiter betrachtet und letzterer eine Rotatit esten nach Osten um eine Achse beilegt, welck einem Winkel von 82½ gegen die Ebe Ekliptik geneigt ist. Die wirkliche Dauer Rotation findet man aus der scheinbaren, ol ungefähr 27 Tage bestimmten etwas über denn es muß in Betracht gezogen werden, Erde, von welcher aus die Bewegung be wird, unterdes selbst nach dieser Richtung wegung ist, und daß dieser Umstand also not eine solche Verschiedenheit zur Folge hat. sind zuweilen sehr groß und Vaben einen messer von 70000 und mehr Kilometer. S nen alle in eine Zone eingeschlossen, die f beiden Seiten des Sonnenäquators 30n streckt. In ihrer Nähe erscheinen gewöhnli fallend helle Stellen, sog. Sonnenfackel denen nicht selten S. hervorbrechen. Mit guten Fernrohr sieht man auf der Sonne überall ganz kleine Fleckenpunkte, sog. Poren, wodurch die Sonne wie geadert er scheint. Die Sonne hat nicht immer Flecken. Schwabe in Dessau fand zuerst in der Häufigkeit der Flecken eine elfjährige Periode. In den J. 1847, 1848, 1849, ebenso 1858, 1859, 1860, 1861, 1871 waren z. B. an allen Beobachtungstagen stets Flecken vorhanden; 1844, 1856, 1867 und 1877 waren an fast 200 Tagen im Jahre gar keine Flecken sichtbar. Merkwürdig ist, daß in der Größe der Schwankungen der Magnetnadel, sowie in der Häufigkeit der Nordlichter ebenfalls eine elfjährige Periode gefunden ist, die vollständig parallel der Sonnenfleckenperiode läuft. Die ersten Sarrio wurden 1610 von dem Engländer Harriot und von dem Ier etere Joh. Fabricius gesehen, welcher letztere allgemein für den Entdecker dieser Flecken gilt. Herschel dachte sich die Flecken als Risse in der Lichtsphäre der Sonne. Die Kernflecken sind danach sichtbare Teile des dunkeln Sonnenkörpers, die Höfe sichtbare Teile der wolkenartigen Schicht der Sonnenatmosphär Kirchhoff und Zöllner sind die S. sichtbare lokale Temperaturerniedrigung entstehende in der Sonnenatmosphäre und die Höfe Wolken, die dadurch entstehen, daß durck Teilen der Sonnenatmosphäre die Wärn glühenden Kern entzogen wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 928Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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