Spaltöffnungen (stomata) nennt man in der Botanik diejenigen Organe, mittels deren ein direkter Gasaustausch zwischen der umgebenden Luft und den im Innern der Gewebe, besonders in den sog. Intercellularräumen eingeschlossenen Gasmengen ermöglicht wird. Die S. finden sich deshalb mit nur sehr wenig Ausnahmen an den oberirdischen Oranen, fehlen dagegen den Wurzeln und Rhizomen, owie den im Wasser untergetauchten Pflanzenteilen in der Regel gänzlich. Da besonders die Blätter den Gasaustausch, der durch Atmung, Transspiration u. dgl. bedingt wird, zu besorgen haben, so befinden sich die meisten S. naturgemäß an diesen, und zwar entweder ausschließlich oder doch in vorwiegender Anzahl auf der Unterseite derselben; nur bei gerade aufrecht wachsenden Blättern, wie z. B. denjenigen der Schwertlilien, sind sie auf beiden Seiten leichmäßig verteilt. Bei schwimmenden Blättern nden sie sich dagegen nur auf der Oberseite. Den niedern Kryptogamen, den Thallophyten mangeln die S. gänzlich, bei den Moosen treten sie bereits wenn auch vereinzelt auf, bei Gefäßkryptogamen und Phanerogamen finden sie sich mit Ausnahme der submersen Wasserpflanzen stets, auch ist der anatomische Bau derselben bei sämtlichen Gefäßpflanzen im wesentlichen überall der gleiche. Die S. bestehen aus je zwei nebeneinander liegenden Zellen, den sog. Schließzellen, die aus Epidermiszellen hervorgehen, aber später nicht nur durch ihre ½ sondern auch durch den Chlorophyllgehalt sich von jenen unterscheiden. An beiden Enden sind die Schließzellen miteinander verwachsen, nur in der Mitte sind sie durch einen kleinen Spalt voneinander getrennt; dieser Spalt kann durch einen eigentümlichen Mechanismus geöffnet und .— werden. Es geschieht dieses Offnen und chließen durch ++½π im hydrostatischen Druck des Schließzelleninhalts, bei Hahem Druck erfolgt Offnen, bei geringem Druck dagegen Schließen des Spaltes. Die Richtung der zu diesen Vorgängen nötigen Bewegungen wird durch eigentümliche Verdickungen der Zellenwandungen und der ihnen aufgelagerten Cuticula (s. d.) bestimmt. Unter jeder S. befindet sich ein 1.„und Intercellularraum, die sog. Atemhöhle, und dieser steht in direkter nn Sunern 8 mit den übrigen Intercellularräumen im Innern des Gewebes, besonders mit denen des sog. Schwammparenchyms. (Vgl. Artikel Blatt, Bd. III, S. 134, sowie die zugehörige Tafel, Fig. 34 a, 8). Die — und Größe der S. variiert bei den einzelnen Pflanzen sehr, bei einigen Arten beträgt die Anzahl der S. auf 1 amm Blattfläche gegen 600 und mehr, in der Mehrzahl der Fälle ungefähr 100 —200, nicht selten aber kommen auf die genannte Flächeneinheit auch nur 50 oder noch weniger. Auch die Lage der S. zur Außenfläche der Epidermis ist eine äußerst verschiedene, bei zahlreichen Pflanzen liegen die Schließzellen entweder in der Ebene der Epidermis oder sind sogar etwas über dieselbe emporgehoben; das letztere ist besonders bei Gewächsen, die an schattigen feuchten Standorten leben, der Fall, bei andern dagegen, hauptsächlich bei Wüsten-Steppenpflanzen oder überhaupt an ein trockenes Klima angepaßten Arten, sind die S. mehr oder weniger tief unter der Epidermis gelegen, sodaß eine krug⸗ oder trichterförmige Einsenkung über der S. sich befindet, nicht selten ist dieser Raum, den man Vorhof nennt, auch noch mit Haaren ausgekleidet, um die Verdunstung noch mehr herabzusetzen. Überhaupt ist eine deutliche Beziehung zwischen den klimatischen der Lagerung des Standortes und dem Bau und der Lagerung der Schließzellen selten zu verkennen.