Spanische Reiter, auch Friesische Reiter (frz. chevaux de frise), dienten in frühern Jahrhunderten zur Sicherung des Fußvolks gegen Angriffe der Reiterei, namentlich zum Schutz der Feuerschützen, solange die Gewehre ohne Bajonette waren, auch zu Zwecken der Lagerbefestigung, nachdem die Wagenburgen in Abnahme gekommen waren. Meistens stellte man sie her, indem man durch einen besonders zugerichteten langen starken Baum (Leib des Spanischen Reiters) zugespitzte Pfähle (Federn genannt) oder auch die kurzen Spieße des Fußvolks, die sog. Schweinsfedern oder Pinnen, einander kreuzend steckte und den Spanischen Reiter mit den Spitzen nach oben und auf den entgegengesetzten Enden der Federn ruhend aufstellte. Auch kommen sie als dreibeinige Gestelle, mit Messerklingen versehen, vor. Der Leib des Spanischen Reiters wurde auf Wagen mitgeführt, auch wohl die ganze Vorrichtung fahrbar eingerichtet. Die Gegenwart hat sie als Hindernis- und Sperrmittel, sowie als Thorverschluß bei Feldbefestigungen in sehr beschränktem Maße beibehalten. (Vgl. Hindernismittel, Bd. IX, S. 247e, Textfiguren 7 u. 8.)