Sperrforts sind selbständige Befestigungen in permanentem Charakter und von geringem Umfang, welche den Gegner an der Benutzung wichtiger Verkehrslinien (Eisenbahnen, Kunststraßen) hindern, oder zum Schutze von Verkehrsanlagen (Brücken über größere Flüsse) dienen sollen und somit eine rein defensive Aufgabe erfüllen. Einen wesentlichen Nutzen bringen S. an solchen Stellen, wo sie nicht ohne große Schwierigkeiten umgangen werden können, wie es namentlich in Gebirgspässen und bei Stromübergängen der Fall ist. Da sie der Regel nach nur im Wege eines förmlichen Angriffs wegzunehmen sind, so können sie dem Vorgehen einer feindlichen Invasionsarmee einen erheblichen Aufenthalt verursachen. Während bis 1871 S. hauptsächlich im Hochgebirge und an größern Strömen vorkamen, hat Frankreich nach dem Frankfurter Frieden zur Sicherung seiner veränderten Ostgrenze gegen eine erneute deutsche Invasion und zur Schaffung einer Operationsbasis für eine eigene Offensive von der Anlage von S. in ausgedehntester Weise Gebrauch gemacht. Die Linie der S. gegen das Deutsche Reich beginnt südlich der großen Festung Verdun im Anschluß an diese und erstreckt sich die Maas aufwärts bis in die Gegend von Neufchäteau, außerdem über Toul-Frouard bis in die Nähe der deutschen Grenze bei Lunéville. Vom Fort Pont St.⸗Vincent (südlich Toul) die Mosel aufwärts bis Epinal ist eine Lücke von etwa 50 km Länge. Im Anschluß an Epinal zieht sich eine Linie von S. den Lauf der obern Mosel hinauf und lehnt sich dann an den großen Platz Belfort. Von hier setzt sich dieselbe längs der schweizer Grenze bis in die Gegend von Pontarlier fort. Demnächst rs die gegen Italien gerichtete Linie der Alpenorts. Hinter den Festungen und der franz. Ostgrenze liegen als Rückendeckung die großartigen verschanzten Lager von Reims, Langres, Dijon-Auxonne und Besangon. (Vgl. Festungen und