FeedBefestigungskunst
GeschichteBrockhaus 1882

Befestigungskunst, Fortifikation, lehrt das zum Kampffeld dienende Terrain so umzugestalten, daß es dem Gebrauch der eigenen Truppen alle wünschenswerten Vorteile, dem Gegner möglichst große Nachteile bereitet. Es handelt sich hierbei darum durch Deckungen Sicherung gegen die feindlichen Waffen 5 gewähren, den eigenen Waffen ein freies Schußfeld zu schaffen, den Truppen des Gegners bei ihrem Vorrücken Aufenthalt durch Hindernisse zu verursachen, die Bewegung der eigenen Truppen aber zu fördern. Im weitern Sinne kann auch die Anlage, Ausbesserung und Zerstörung von Verkehrswegen sowie die Herstellung von Lagerbauten zur B. gerechnet werden. Man unterscheidet passagere oder Feld⸗‚ permanente oder stehende und provisorische B. Die permanente Befestigung soll den Besitz eines für die Die Behaumm wichtigen Ortes der Art sichern, daß die Behauptung ae einer Minderzahl gegenüber einer Mehrzahl möglich ist. Die permanente B. beschäftigt sich mit dem Bau von Festungen, d. h. solchen umfangreichen Befestigungen, die bereits im Frieden an dauernd wichtigen Punkten mit den dauerhaftesten Mitteln angelegt sind. Die Feldbefestigung hat einen weniger dauerhaften Charakter owohl was die Wahl der Ortlichkeit, als der Mittel betrifft. Ihre Anlagen bedürfen einer nur b.aae en Zeit zur Ausführung und haben eine vorũ ergebende Bedeutung, in der Regel nur * den einzelnen Gefechtstag. Die provisorische efestigung verfolgt den gleichen Zweck wie die permanente, indes mit weniger dauerhaften Mitteln und wird nantentlich da angewandt, wo sich die Bedeutung einer Ortlichkeit erst während des Kriegs herausstellt, oder zur Ergänzung permanenter Anlagen, wenn sich das Bedürfnis einer Erweiterung derselben ergibt. Aus der Litteratur über die B. sind hervorzuheben: Blesson, «Geschichte der großen B.» (Berl. 1830); Zastrow, „Geschichte der beständigen Befestigung » (3. Aufl., Lpz. 1854); von Prittwitz und Gaffron, Lehrbuch der B. und des Festungskriegso (Berl. 1865); Blumhardt, «Die stehende Befestigunge (3 Bde., Darmst. 1864—66); Brialmont, Etudes sur la défense des états et la fortificationv (Brüss. 1864); derselbe, Traité de fortification polygonaler (Brüss. 1869); derselbe, La fortification improvisées (Brüss. 1870); derselbe, La fortification à fossés secso (Brüss. 1872); Wagner, „Grundriß der Fortifikation» (Berl. 1870) derselbe, „Fortifikatorischer Atlas» (Berl. 1872); Weger und Graf Geldern, «Grundzüge der B. » (Wien 187³); von Treuimfeld, „Die permanente Fortifikationo Wien 1874); Bailly, „Cours élémentaire de forticationo V. 1874); Brialmont, „La défense des états et les camps retranchés v(Brüss. 1876); Brunner, Leitfaden zum Unterricht in der beständigen Befestigung⸗ (Wien 1876); endlich Pochhammer, Bericht uber das Befestigungswesen in von Löbells Jahresberichten ber die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen » (Jahrg. 1874— 79).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 687Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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