Stillleben nennt man in der Malerei die Dares häuslichen Gebrauchs, Gegenstände des gastronomischen Konsums, Jagdbeute und sonstige Küchenlieferung. Der geringe Grad von Idealität, der in diesen anspruchslosesten Dingen des Daseins liegt, würde für den Inhalt einer künstlerischen Darstellung nicht ausreichen, wenn dieser nicht unterstützt würde einerseits durch die harmonische Anordnung, durch charakteristische Zusammenstellung, welche auf ihren Wen Mets⸗ Menschen hinweist, andererseits durch den Reiz der Form, der Farbe und des Lichts. Diese beiden Momente also, und nicht lediglich die getreue Naturnachahmung geben den Maßstab für den künstlerischen Wert solcher Darstellun-Den Die antike Malerei hat zur Zeit ihrer bereits eginnenden Abnahme, nach Alexander, in der Rhopographie (d. h. Malerei von Kleinkram), woraus für einen der namhaftesten Vertreter, Pyreikos, Rhyparographie ld. h. Schmutzmalerei) gemacht wurde, bereits eine Anbahnung dieses Darstellungsgebietes aufzuweisen. In der modernen Malerei tritt das S. zuerst bei den Niederländern des 17. Jahrh. auf. Zu den ersten Pflegern gehören Willem von Aelst, Willem Kalf, die drei De Heem, van der Meer u. a. Unter den Lebenden sind Kunz in München, Charlemont in Wien hervorragende Meister des Fachs.