Stöber (Adolf), Bruder des vorigen, geb. zu Straßburg 7. Juli 1810, studierte Theologie in seiner Vaterstadt, ging 1832 als Erzieher der Söhne des Präfekten Sers nach Metz, 1837 als Pfarrvikar nach Mietesheim und wurde 1839 als Religionslehrer am Kollegium und der Gemeindeschule zu Mülhausen, wo er seit 1840 als Pfarrer und seit 1860 auch als Präsident des reform. Konsistoriums wirkt. Er war Mitherausgeber der Erwiniay und Mitverfasser der «Alsabilderv und des Elsasf. Sagenbuchv. Seine früher zerstreuten (Gedichtes erschienen 1846 gesammelt in Hannover; auch durch seine «Reisebilder aus der Schweiz (2 Bde., St. Gallen 1850 u. 1857) und «Reformatorenbilder⸗ (Bas. 1860) ward er als Dichter bekannt. Ferner erschien von ihm, außer einzelnen redigten: 4Evang. Abwehr kath. Angriffen (Straßb. 1859), 4Ist die Kindertaufe schrift⸗ und rechtmäßig?» (Basel 1864), 4Evang. Katechismus v (3.Aufl., Mülhausen u. Basel1873),4&Evang. Gesangbuch (Straßb. 1867; 2. Aufl. 1882). Im J. 1871 machte er offen Front gegen den Deutschenhaß: (Elsaß ein Venetien ?lo und empfahl Anschluß an das alte Mutterland: «Einfache Fragen eines elsass. Volksfreundes» (2. Aufl., Mulbausen 1872). Seit 187 ist er, wie vor 1870, wieder städtischer Schulrat.