FeedSüntel
ErdkundeBrockhaus 1882

Süntel, ein Teil des Wesergebirgslandes auf dem rechten Ufer der Weser, anß der Grenze vom Regierungsbezirk Hannover und dem Kreise Rinteln des preuß. Regierungsbezirks Kassel, erhebt sich südwestlich vom Deister (s. d.) und westlich dem Osterwalde gegenüber, von diesem nur durch das Thal der Hamel getrennt, zwischen Hameln und Münder, und begreift im weitern Sinne das Gebirge, welches von da bis Hausberge den Weserstrom begleitet, im engern Sinne aber nur bis gegen Hessen-Oldendorf. Der eigentliche S., der durch eine Gruppe von Höhen und Hügeln vom Weserthal getrennt wird, zieht von der Straße von Hohnsen nach Oldendorf, von Pötzen nach Hamelspring und Münder. Man unterscheidet den Großen Süntel, der bis zu 446 mansteigt, und den Kleinen Süntel, der sich bei Hamelspring 228 m erhebt. Zu letzterm gehört auch der Mündersche Forst. Das weiter gegen Westen gerichtete Gebirge bildet die fast ununterbrochene, 30 kKm lange Weserkette. Berühmt in der Umgebung ist eine tiefe Spalte im S., das Meimekenloch, an welche sich zahlreiche Sagen knüpfen. Der S. hieß im Mittelalter Sundtal oder Suntal. In dem Thale zwischen dem S. und dem Deister besiegte der Sachsenherzog Wittekind 782 ein fränk. Heer und vernichtete dasselbe fast gänzlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 376Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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