FeedSyagrius
GeschichteBrockhaus 1882

Syagrius hieß der letzte selbständige röm. Machthaber in Gallien. Sein Vater, der Graf Agidius, hatte das Gebiet nördlich von der Loire bis zur Somme, mit der Hauptstadt Soissons, anfangs als röm. Statthalter und (seit 456 n. Chr.) Magister militum, seit dem Tode des trefflichen Kaisers Majorianus 461, dessen Nachfolger er nicht anerkannte, aber als unabhängiger Herrscher regiert, in guter Freundschaft mit Childerich, dem salischen Frankenkönig des Reichs von Tournay. Er vererbte sein Reich 464 auf seinen Sohn S. und unter diesem überdauerte es den Untergang des weström. Kaiserreichs zehn Jahre. Im J. 486 wurde es, nachdem S. von Childerichs Nachfolger (seit 481 Chlodwig angegriffen und in einer Schlacht unweit Soissons überwunden worden, die Beute der Franken. S. selbst floh nach Toulouse zum westgot. König Alarich II., wurde von diesem jedoch an Chlodybaris, und auf dessen Befehl hingerichtet. ybäris, eine 720 v. Chr. von Achäern gegründete griech. Ackerbaukoloniein der westlichen der beiden Halbinseln Unteritaliens, nahe der Küste des Tarentinischen Meerbusens gelegen. Die Stadt gelangte infolge der außerordentlichen Fruchtbarkeit dieses Landes bald zu großem Reichtum und bedeutender Macht; sie hatte einen Umfang von 9. Km, gründete selbst neue Kolonien und beherrschte ein ausgedehntes Gebiet mit 25 Orten; aber der Luxus und die Schwelgerei der Bewohner erreichte und ube einen so hohen Grad, daß Sybarito und asybaritischo sprichwörtliche Ausdrücke zur Bezeichnung der ärgsten üppigkeit und Verweichlichung geworden sind. Gegen Ende des 6. Jahrh. v. Chr. entbrannte ein heftiger Krieg zwischen Croton und S., der 510 mit der gänzlichen Zerstörung von S. endigte. S. blieb in Trümmern liegen, bis im J. 443 v. Chr. von Ansiedlern aus verschiedenen griech. Landschaften unter der Leitung der Athener an der Stelle der zerstörten Stadt eine neue Stadt, Thurioi (lat. Thurii) gegründet wurde, nach welcher auch die Reste der alten Bevölkerung übersiedelten. Auch diese Stadt der . bald zu roßer Blüte, wurde aber seit der Mitte des 4. Fahrh. v. Chr. durch Angriffe von seiten der Lukaner sehr geschwächt. Im J. 194 v. Chr. sandten die Römer eine lat. Kolonie dahin, welche den Namen Copia erhielt, der aber den ältern griech. Namen nicht zu verdrängen vermochte. Die Stadt blieb trotzdem später unbedeutend und ist jetzt ohne sicher nachweisbare Spuren verschwunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 394Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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