Arcadius, Kaiser des Oströmischen Reichs 395 —408, ** 377 in Spanien, älterer Sohn des Kaisers Theodosius J. 0 d.), ward im Alter von 18 J. bei der Teilung des Römischen Reichs nach seines Vaters Tode der erste in der nun bis 1453 herabreichenden Reihe der Kaiser des Ostens, während 97 Bruder Honorius (s. d.) das Occidentalische eich erhielt. Seine Herrschaft erstreckte sich vom Adriatischen Meere bis zum Tigris und von der Donau bis zum Nil bei Syene. Der eigentliche Beherrscher dieses großen Staats aber war anfangs der mächtige Minister Rufinus (s. d.), ein geborener Gallier, und nach dessen Ermordung durch die Soldaten des got. Generals Gainas (Nov. 395) der Oberkammerherr Eutropius, ein Eunuch. Durch Habsucht und Ungerechtigkeit im höchsten Grade verhaßt, wurde dieser 399 durch den Einfluß der Kaiserin Eudoxia, der Tochter eines fränk. Feldherrn, und des Gainas gestürzt. Gainas riß hierauf momentan die Macht an sich, bis ein siegreicher Aufstand des Volks in Konstantinopel gegen die got. Truppen seine Stellung im Reiche unhaltbar machte (400), und von da an war der Einfluß der Kaiserin Überwiegend, welchen sie benutzte, um den ihr unbequemen Sittenprediger den Patriarchen der Hauptstadt, Johannes Chrysostomus 404 zu vertreiben. Dabei blieben die Raubzüge der Isaurier ungestraft. Erdbeben und Hungersnot verwüsteten das Reich, während die Leiter des Staats nur auf rücksichtslose Erpressung bedacht waren. Der persönlich völlig unbedeutende A. selbst war ein willenloses Werkzeug. Als er 1. Mai 408 gestorben war, folgte sein minderjähriger Sohn Theodosius II.