Tagal oder Tegal, Residentschaft auf der niederländ. Insel Java in Hinterindien, wird nördlich von der Javasee, westlich von der Residentschaft Cheribon, südlich von der Residentschaft Banjumar und östlich von der Residentschaft Pekaongan begrenzt und zählt auf 3799 qkm (1880) 911034 Seelen, von denen 613 Europäer, 904 477 Eingeborene, 5801 Chinesen, 143 Araber sind. T. ist mit Ausnahme seines südlichsten, gebirgigen Teils in hohem Grade fruchtbar, befindet sich im vortrefflichsten Kulturzustande und bringt alle spezifisch indischen Kulturgewächse, sowie auch die von anderswo eingeführten in reichstem Maße hervor. Hauptort und Sitz der Behörden ist der Küsten⸗ und 13 Handelsort Tagal unter 6 55 südl. Br. und 109 10,/25“ östl. L. von Greenwich, mit 30000 E. Philippinen (s. d.). (baschkirisch), ein Berg im Uralgebirge, im ruß 19“ nördl. Br. und 77 31t östl. L. von Ferre 1204 m hoch. Der T. bildet einen breiten verlän gerten Rücken mit zwei hervorragenden Gipfeln die sich auf einem aus Quarz bestehenden Kamm. erheben; der Berg ist mit Wald und üppiger Vege tation bedeckt und enthält schöne Glimmergesteine im südl. Rußland, im Gouvernement Jekateri nnoslaw, auf einem Vorgebirge des Asowschen Mee. res, 32 lem von der Mündung des Don, Station der Eisenbahn Kursk-Charkow-Rostow, der Hauptstapelplatz für Don, Donetz und Wolga, nächst Odessa bisher die blühendste Handelsstadt Neurußlands, im 13. Jahrh. eine Pisanische Kolonie, Portus Pisanus, wurde von Peter d. Gr. 1698 angelegt, im Frieden am Pruth 1712 zwar wieder aufgegeben, aber 1769 von Katharina II. neu begründet. Sie liegt in einer Gegend, die vordem eine Steppe war, aber durch Kultur in einen Garten umgeschaffen ist. T. hat wegen der kühlenden eewinde und wegen seiner hohen und zugleich südl. Lage ein sehr gesundes und mildes Klima. Die Stadt zählt (1882) 63025 E., darunter viele Griechen und Armenier, und hat 11 Kirchen, eine ynagoge, ein Kloster, 2 Gymnasien und mehrere Licht⸗, Leder⸗, Tabak⸗ und Maccaronifabriken. Unter den öffentlichen Gebänden zeichnen sich aus die Admiralität, das Seehospital, die Quarantäneanstalt, die Wechselbank, das Handelsgymnasium, die von Warenhäusern umgebene, im edeln Stil erbaute Börse und das Theater. Die Gebäude der Citadelle sind größtenteils verfallen. T. ist seit 1802 der Hauptort eines eigenen Stadtgouvernements. Der Oberbefehlshaber steht unmittelbar unter dem Kaiser und verwaltet die Militär-, Hafen⸗ und Stadtpolizei, die Bauten, Quarantäne, Zölle u. s. w. Die Einwohner nähren sich durch Fischfang, Industrie und Handel. Der Handel ist besonders durch die günstige Lage des Ortes und durch zwei Messen, die hier jährlich gehalten werden, zu einem bedeutenden Aufschwunge gekommen. Die Stadt ist im Besih von zahlreichen Seeschiffen und Küstenfahrern. Hier starb 1. Dez. (19. Nov.) 1825 Kaiser Alexander I., dem 1831 in der Nähe des griech. Jerusalemklosters ein schönes Denkmal geweiht wurde. Am 3. Juni 1855 wurde T. von einer engl.⸗franz. Flottille beschossen und zum Teil zerstört. In der Nähe von T. liegt auch die Hafenstadt Mariupol (s. d.).