Doubs (spr. Duh; lat. Dubis), der größte Zufluß der Saöne und daher Seitenfluß des Rhöne, im Winter ein reißender Strom, im Sommer ein schwacher Bach, entspringt in dem nach ihm benannten franz. Departement, 155 Kmeim SW. und oberhalb Mouthe am Fuße des 1299 mehohen Noirmont im Juragebirge in 937 m Seehöhe. Bald nach seinem Ursprung nimmt er in seinem gegen Nordosten gerichteten Laufe links die Taverne, den Abfluß des Remoraysees, auf, erweitert sich alsbald selbst zum Lac de St.⸗Point (850 m hoch), geht über Pontarlier und Morteau und bildet den kleinen Lac de Chaillexon, dann den 27 mehohen Wasserfall Saut du D. Darauf zieht er von Les Brenets an die Grenze gegen die Schweiz, wendet lich innerhalb dieses Landes bei St.⸗Ursanne plötzli nach Westen, tritt wieder in Frankreich ein und geht hier unterhalb St.-Hippolyte, wo er links den forellenreichen Dessoubre aufnimmt, durch ein Querthal nach Norden bis Audincourt. Hier nimmt er gleich darauf rechts von Montbéliard (Mömpelgard) her die Savoureuse auf, wird hier schifftbar, wendet sich dann in seinem dem obern fast parallelen Unterlaufe nach Südwesten über Baume-les-Dames und Besangon (236 m hoch), uber Döle im Depart. Jura, in dem er links die Loue aufnimmt, und mündet im Depart. Saöne-⸗et-Loire bei dem Dorfe Verdun in 176 m Seehöhe in die Saöne, nach einem vielfach gewundenen Hand von 430 km, während der direkte Quellabstand nur 95 km beträgt. Sein oberes Thal bis gegen Montbéliard ist eng und felsig, oft zwischen senkrechten Felswänden eingeschlossen, das untere bis Besangon nur hier und da beengt, worauf es weiter und waldig wird. Mittels eines Kanals, der unterhalb Auxonne an der Saöne anfängt, bei Döle den D. erreicht und mit teilweiser Benutzung des D. und der Ill bis Straßburg geführt ist, verbindet er den Rhöne mit dem Rhein. Das Departement Doubs, aus etwa einem Drittel der Grafschaft Franche-Comté und der ganzen Grafschaft Mömpelgard gebildet, umfaßt 5227,5 qkm mit 310827 E. (1882, gegen 306 094 im J. 1876 Zunahme 1,5 Proz.). Außer dem D (über 300 km Lauf im Departement) und seinen Zuflüssen sind noch der Saönezufluß Ognon an der Nordwestgrenze zu nennen. Über vier Fünftel der Bodenfläche sind Gebirgsland des Jura, von welchem vier Parallelketten dem D. angehören; doch unterscheidet man drei Regionen, die obere, mittlere und untere. Die erste ist von Kalksteinfelsen durchschnitten, die gegen Südosten hin bis zu Höhen von 650—975 m, im Gros-Crét sogar bis 1423 m und im Mont-d'Or bis 1463 m aufsteigen und sechs bis acht Monate in Schnee gehüllt, auf ihren Rücken fast vegetationslos, nur an den südl. Abhängen mit trefflichen Weiden und Tannenwäldern bedeckt sind. Man baut hier etwas Gerste und Hafer; die Häuser stehen vereinzelt; die Bewohner haben die Reinheit alter Sitten bewahrt. In der mildern Mittelregion gedeiht Roggen und beginnt der Weizenbau, an günstig gelegenen Stellen die Weinkultur; die Höhen sind mit Eichen, Buchen und Tannen bewaldet. Die untere Region oder die Ebene, über welche sich die Berge mehr als 300 mehoch erheben, ist sehr fruchtbar, reich an Korn und Getreide, stark bevölkert. Die meisten Hochebenen der beiden ersten Regionen sind von Sümpfen und ehemaligen Seebecken bedeckt. Am Fuße ihrer Berge wechseln Seen, große Moräste, ausgedehnte Torfmoore, Höhlen, deren Verschlingungen unterirdische Labyrinthe bilden, Grotten, welche natürliche Eiskeller bieten, Steinkohlenbergwerke und einzelne Mineralquellen miteinander ab. Das Klima ist veränderlich, regnerisch und für die geogr. Breite des Landes rauh. Der Landbau steht zurück und läßt noch ein Drittel des Ackers brach liegen. Künstliche Wiesen, Klee- und Luzernebau fehlen, daher auch wenig Fortschritt im Viehstande vorhanden. Doch ist die Käsebereitung nicht unbedeutend, da zahlreiche Herden vorhanden sind. Man rechnet auf Ackerland 127000, auf Weinberge 8200, Wiesen 122300, Waldungen 135 000, Heide- und Weideland 80000 ha. Außer Torf gewinnt man Marmor und Bausteine; der Bergbau ist auf Steinkohlen und besonders auf Eisen gerichtet. Außer der Erzeugung von Eisen und Stahl und der Verarbeitung von Kupfer sind wichtige Industriezweige die Glockengießerei, Nagelfabrikation, Maschinenbau, chem. Fabrikation, die Papier-und Lederfabrikation, Spinnerei und Weberei, Branntweinbrennerei, Absinthdestillation, Ziegel- und Gipsbrennereien, am bedeutendsten aber die Uhrmacherei. Das Departement hat zur Hauptstadt Besancon und zerfällt in die vier Arrondissements Besangon, Pontarlier, Baume-les-Dames und Montbeliard. Vgl. Joanne, 4Géographie du D.v (1878).