Tarukappe, s. Nebelkappe. „Tarnobrzeg, Stadt im nördl. Galizien, liegt in ebener Gegend an der Weichsel, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 3460 poln. E. Das Gut mit dem benachbarten Schlosse Dzikow ist Besitz der gräfl. Familie Tarnowski. Das Schloß wurde zu Anfang des 19. Jahrh. im mittelalterlichen Stil erneuert und besitzt in seiner Bibliothek, Bildergalerie und dem jüngst vergrößerten Museum eine der bedeutendsten Sammlungen des Landes. Es ist auch durch die Konföderation 1734 merkwürdig, welche dort wegen der Nachfolge des Stanislas Leszezynski auf den poln. Königsthron geschlossen wurde. Tarnogrod, Stadt im russ.⸗poln. Gouvernement Lublin, mit 4700 E., ist durch die Konföderation denkwürdig, welche ein Teil des poln. Adels unter dem Marschall Ledochowski am 26. Nov. 1715 einging, um Augusts II. bten Heere, welche durch Polen zerstreut die größten Gewaltthätigkeiten verübten, mit Waffengewalt zu vertreiben. Die Sachsen wurden zwar genötigt, Polen zu verlassen, doch gab die Konföderation Veranlassung, daß Peter d. Gr., Augusts Bundesgenosse, sich in die innern Verhältnisse Polens zu mischen begann und so dessen Zerrüttung gefördert wurde. Tarnöpol, Stadt im östl. Teile des österr. Kronlandes Galizien, liegt am Flusse Sereth und an der Linie Lemberg-Podwoloczyska der Galizischen Karl-Ludwigsbahn, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und Bezirksgerichts und zählt (1880) 25 819 C., darunter an 13000 Jsraeliten. Die Stadt uun eine röm.⸗kath. und griech.⸗Kath. Pfarrei, ein V uitenkollegium mit einem Konvikt für Privatzög inge, ein Obergymnasium, eine Unterrealschule, eine Hauptschule, eine Trivialschule, ein Lehrerseminar, eine Handelsschule, eine Mädchenschule, sowie auch eine israel. Schule. Unter den Gebäuden sind hervorzuheben das alte, früher befestigte Schloß (gegenwärtig als Infanteriekaserne verwendet) und das sog. Neue Schloß, jetzt Schulstipendiumfondsgebäude, sowie die neuen Schulgebäude. Zu T. konzentriert sich ein bedeutender Handel mit Getreide und andern Landesprodukten, namentlich aber mit Pferden. Jährlich finden drei Pferdemärkte statt. T. wurde im 16. Jahrh. von Joh. Tarnowsti, Kastellan von Krakau, gegründet und erhielt von den poln. Königen viele Privilegien. Tarnow, Stadt im nördl. Teile des österr. Kronlandes Galizien, liegt 75 kKm östlich von Krakau an der Galizischen Karl-Ludwigsbahn (Krakau-Lemberg), von der hier die Staatsbahn nach Leluchow abzweigt, und an dem schiffbaren Dunajec, unweit der Mündung der Biala, über welche eine gedeckte Holzbrücke, sowie eine Eisenbahnbrücke führen, und zählt (1880) 24 627 C. (1857 erst 8459). Die Stadt ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, eines delegierten städtischen Bezirksgerichts, eines kath. Bischofs und Domkapitels, sowie mehrerer anderer Behörden. Unter den öffentlichen Gebäuden sind das Rathaus und die sehenswürdige Domkirche mit den schönen Marmordenkmälern der Fürsten Janusz von Ostrog und der Grafen von Tarnow-Tarnowsti (gest. 1561) hervorzuheben. T. hat ein Obergymnasium, eine höhere Bürgerschule, ein Lehrerseminar, ein Mädengymnasium und ein theol. Seminar mit philos. ünd theol. Lehranstalt, eine Ackerbaugeräte⸗, eine Glas- und eine Cichorienfabrik, eine Dampfmühle und eine Dampfsäge. Die Bewohner treiben Handel mit Getreide, Leder, Raps und Holz. Unweit T. erhebt sich der erste Berg der Karpaten, der Martinsberg, auf dessen Spitze die altertümliche hölzerne St. Martinskirche steht. In der Nähe liegt das fürstl. Sanguszkosche Schloß Gumnisko mit einem schönen Garten in ital. Geschmack.