Tarnowski (Jan), berühmter poln. Feldherr, geb. 1488 aus angesehenem Geschlecht, zeichnete sich schon früh durch Tapferkeit aus und nahm 1514 an der Schlacht bei Orsza teil. Er bereiste darauf Syrien, Arabien, Agypten und das südl. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. Europa. Vom König Emanuel von Portugal zum Anführer einer Heeresabteilung ernannt, erwarb er sich im Kriege gegen die Mauren großen Ruhm und Karl V. erhob ihn in den deutschen Reichs-⸗ grafenstand. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland wurde er unter Sigismund I. Krongroßhetman und errang 1531 bei Obertyn einen glänzenden Sieg über den Hospodaren der Moldau Petril. Als Senator stand er dem König Sigismund August in dessen Kämpfen gegen den widerspenstigen Adel kräftig zur Seite, auch widersetzte er sich der übermacht der Geistlichkeit. Erst später trat er auf dem Reichstage zur Opposition über. Ein Freund der Wissenschaften, hinterließ er mehrere Schriften, unter andern ein «Consilium rationis bellicaer, von Malinowski (Wilna 1864) herausgegeben. Er starb 16. Mai 1561. Tarnowski (Stanislaw, Graf), poln. Schriftsteller, geb. 1837 in Dzikowo in Galizien, studierte in Krakau und Wien, mußte polit. Vergehungen verdächtig w1865 fast zwei Jahre im Gefängnis zubringen und wurde 1867 Landbote und Mitglied des österr. Reichsrats. Bald aber wandte er sich ganz der Wissenschaft zu, promovierte und ward als Professor der poln. Litteraturgeschichte 1871 an die krakauer Universität berufen. In der von ihm begründeten Zeitschrift Przeglad polskiv u. a. veröffentlichte er eine große Anzahl von Monographien zur poln. Litteraturgeschichte, die sich sowohl durch Gründlichkeit, Schärfe des Urteils, wie durch Eleganz der Sprache auszeichnen und ihn den vorzüglichsten poln. Litteraturhistorikern anreihen.