FeedTrautenau (czech. Trutnov)
ErdkundeBrockhaus 1882

Trautenau (czech. Trutnov), Stadt im Königreich — an der Aupa und an der Zweigbahn Großwosek-Parschnitz der Osterreichischen Nordwestbahn, von welcher bei T. die Flügelbahn T.Freiheit abgeht, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Oberrealschule, eine Lehrerbildungsanstalt, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Papierfabrik, zwei großere Garnspinnereien, Leinwebereien und eine Garnbörse und ist Mittelpunkt der böhm. Leinweberei am Riesengebirge und zählt (1880) 11253 E. Geschen Kri namhaft wurde T. aufs neue im Deutschen Kriege von 1866 durch zwei Gefechte, 27. und 28. Juni 1866, in deren erstem die Preußen zurückgedrängt, in deren zweitem dagegen die Osterreicher überrascht und vollständig geschlagen wurden. Am 27. Juni rückte von der preuß. Zweiten Armee des Kronprinzen das 1. preuß. Korps unter Bonin durch den Paß von T. in die Stadt ein, stieß jen-1 seit derselben auf das 10. österr. Korps Gablenz und wurde von diesem zum Rückzug in das Gebirge gezwungen. Das Korps Gablenz biwakierte bei T. und Neu-Rognitz, ohne zu verfolgen. Der zweite 1 Tag bei T. bestand aus den getrennten Gefechten 1 bei Staudenz-Burkersdorf und bei Alt-Rognitz, mit welchem letztern die Wiedereroberung von T. zusammenhing. Beide von der 1. und der 2. Gardedivision räumlich getrennt, aber nach einheitlichem Plan geführten Gefechte waren für jene siegreich z und nachteilig für das österr. 10. Korps Gablenz. k. Die Pässe von T. und Eypel waren nunmehr der e preuß. Ersten Armee geö net, das 10. Korps völlig r geschlagen, die eine Brigade desselben sogar aufge⸗(L T. 1484—16015 (bearbeitet von Schlesinger, Prag 1881); (Kühne,) «Kritische und unkritische Wandefrungen über die Gefechtsfelder der preuß. Armeen in Böhmen 18665 (3. Heft: «Das Gefecht bei T.o, „2. Aufl., Berl. 1874). Trautmann (25•N „deutscher Dichter und dierte auf der Universität daselbst Jurisprudenz fällig aufgenommenen Cyklus von Poesien. Später widmete er sich ganz der Litteratur. Verschiedene Erzählungen aus der ältern Geschichte Bayerns veröffentlichte er in Braun und Schneiders Fliegenden Blätterno, durch die sein Name auch in weitern Kreisen bekannt wurde. In den I. 1849—50 gab er in Nürnberg ein reich illustriertes humoristisches Blatt, den KNürnberger Trichter v, heraus. Seinen eigentlichen litterarischen Ruf begründete „jedoch mit Eppelein von Gailingen »(Frankf. 1852) und Die Abenteuer des Herzogs Christoph von Bayerno (Frankf. 1853; 2. Aufl. 1856); dann folgten Die gute alte Zeit. Fünf Erzählungen (Frankf. 1855), 4Chronica des Herrn Petrus Nöckerlein, eines Glücksritters aus alter Zeite (Frankf. 1856), „Das Plauderstubchen v (Münch. 1855), „Münchener Geistero (Münch. 1856), Das Münchener Stadtbüchlein »(Münch. 1857), «Deutsche Städtegeschichten» (Frankf. 1862), Traum und Sages (Münch. 1864), 4Leben, Abenteuer und Tod des Dr. Th. Thaddäus Donner im Jenseitso, eine neudeutsch göttliche Komödie (Münch. 1864), „Münrugger, der Bauernbub' von Trudering »‚ eine Künstlergeschichte aus dem 17. Jahrh. (Regensb. 1879), Im Münchener Hofgarten⸗ (Münch. 1884). Zu diesen Erzählungen entnahm T. seine Stoffe überwiegend der ältern Geschichte Bayerns, insbesondere Münchens. Sie tragen sämt ich, ob real oder mehr ideal gehalten, eine dur weg mittelalterliche Färbung und sind erstenfalls in einem derb treuherzigen Chronikenstil gehalten. Im Buch „Die Glocken von St. Albanv», Stadt⸗ und Fa. milienroman aus bewegten Zeiten des 17. auber (Regensb. 1875), bewegt sich der Verfasser auf außerbayr. ⸗rhein. Gebiet. Lyrische Dichtungen enthalten „Proteusv (Münch. 1845), Astern und Rosen, Disteln und Mimoseno, aus der Kriegszeit (Berl. 1870) und «Hell und dunkel » (Münch. 1886). Auf dramatischem Gebiete bethätigte er sich durch seine das Drama «Cagliostrov. Dem antiken Gebiet ist A seine Tragödie Jugurthay (Münch. 1837) entnommen. Endlich ist noch zu erwähnen das Werk „Kunst und Kunstgewerbe, vom frühesten Mittelalter bis Ende des 18. Jahrh.» (Nördl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 814Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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