Taschenbuch ist im litterarischen Sinne der Name solcher Bücher, welche in kleiner und handlicher Gestalt einen leicht unterhaltenden Inhalt einschließen, oder für irgend einen bestimmten praktischen Zweck die nötigsten Anweisungen kurz zusammenfassen. Gewöhnlich aber führen regelmäßig von Jahr zu Jahr wiederkehrende Erscheinungen diesen Titel und schließen sich dadurch der Kalenderlitteratur gewissermaßen an. Nach dem Vorbilde franz. Almanache (s. d.) entstandene Taschenbücher sind die Gedichtsammlungen, welche unter dem Namen Musenalmanache (s. d.) von Gotter und Boie 1769 in Deutschland eingebürgert wurden. Von zahlreichen ähnlichen Unternehmungen sind zu erwähnen die von Goethe und Schiller unter verschiedenen Titeln herausgegebenen Taschenbücher, in welchen viele ihrer bedeutendsten Werke zuerst erschienen. Seit dem J. 1815 etwa bemächtigte sich die Novellistik der Taschenbücher, und bis in die dreißiger Jahre erschienen die Taschenbücher von Clauren, Tromlitz u. a., unter denen nur die „Uranias (Opz. 1810—48) eine bedeutendere litterarische Stellung einnahm. Frühzeitig aber begannen auch die ernstern Wissenschaften ihre Resultate in allgemein ansprechender Form durch Taschenbücher zu verbreiten. So sind zu erwähnen das „T. für vaterländische Geschichtedo von Hormayr (seit 1812); das von F. von Raumer herausgegebene „Historische T.v (seit 1830; 1871 -80 herausg. von W. H. Riehl, seitdem von Maurenbrecher); Prutz' (Litterarhistorisches T.y (1843—48) u. a. m. Auch gibt es Taschenbücher für Arzte, Botaniker, Jäger re.