Traumbücher entstanden aus dem Bestreben der Traumdeutung (Oneirokritik, Oneiromantie), den Träumen eine höhere Offenbarung unterzulegen und diese zu enträtseln. Besonderes Ansehen genoß die Traumdeutung im alten Orient: ein bekanntes Beispiel ist die Traumdeutun Josephs in Agypten. Es bestanden im Altertum förm liche Traumorakel, durch welche besonders Kranke die Mittel zu ihrer Heilung suchten. Im Mittelalter und in den Folgezeiten bis auf die Gegenwart hat der Aberglaube eine Menge von T. für das bedürftige Publikum hervorgebracht, von welchen hervorzuheben sind: Cardanus, «Traumbuch. Wahrhaftige, unbetrügliche Unterweisung, wie allerhand nächtliche Träume und Erscheinungen ausgelegt werden sollen» (Bas. 1563); Anhorn, «Magiologia u. s. w.y (Bas. 1674); Artemidori, (Traumbuch u. s. w.» (Straßb. um 1580; Lpz. 1677 u. 1735; auch lateinisch, Lyon 1546). Die T. gehören noch heute zu der am zahlreichsten verbreiteten Volkslitteratur, besonders für die Lotterie benutzt. In Ssterreich wurde erst im 19. Jahrh. durch Ministerialerlaß den Kollekteuren verboten, mit solchen T. Handel zu treiben.