FeedTiraboschi (Girolamo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Tiraboschi (Girolamo), ital. Litterarhistoriker, geb. 28. Dez. 1731 0 Bergamo, im Jesuitenkollegium zu Monza gebildet, trat in den geistlichen Stand und lehrte in Mailand und Novara an niedern Schulen, bis er den Lehrstuhl der Rhetorik an der Brera zu Mailand erhielt. Dann wurde er Bibliothekar bei dem Herzog Franz III. von Modena und benutzte nun die reichen litterarischen Hilfsmittel, welche ihm zu Gebote standen, zur Ausarbeitung seiner berühmten «Storia della letteratura italiana (zuerst 13 Bde., Mod. 1772 —-82; 26; deutsch im Auszuge von Jagemann, 6 Bde., Lpz. 1777 —81). Dieses Werk von umfassender Gelehrsamkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit reicht von den Anfängen wissenschaftlicher Bildung in Italien bis 1700 und setzt durch die Masse und den Wert seines Inhalts in Erstaunen. Unter T.s übrigen Werken sind die „Biblioteca modenese (5 Bde., Mod. 1781—86) und die Memorie storiche modenesis (6 Bde., Mod. 1793) mit einem Urkundenbuche zu nennen. Er starb auf seinem Landgute bei Modena 3. Juni 1794.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 707Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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