Torpedo nennt man eine unter Wasser wirkende Mine, die entweder stabil ist und besonders zum Schutze von Häfen und Flußmündungen dienen soll, um darüber hinsegelnde feindliche Schiffe in die Luft zu sprengen, oder welche sich bewegt und dann zur submarinen Angriffswaffe, namentlich gegen Panzerschiffe wird. Den ersten Versuch mit «unterseeischen Höllenmaschinen » machte Fulton, der Erfinder des Dampfschiffs, 1801, der ihnen auch den Namen Torpedo gab. (S. Tafel: Torpedos und Seeminen, Fig. 3.) Derselbe hatte in Frankreich ein Boot konstruiert, mit dem er auf der Reede von Havre unter Wasser tauchte. Mit dessen Hilfe befestigte er an den Böden alter Schiffe T. und sprengte sie auf diese Weise in die Luft. Seitdem sind T. zuerst wieder im Krimkriege in Anwendung gekommen. Dieselben wurden von den Russen zum Schutze der Reede von Kronstadt gegen die engl. Flotte gelegt und bestanden aus flaschenähnlichen, hohlen, eisernen Gefäßen, welche mit Pulver gefüllt und etwa 3 bis 4m unter der Oberfläche des Wassers schwimmend gehalten waren, indem man sie in dieser Höhe verankerte. Auf ihrem Deckel trugen sie ein mit Schwefelsäure gefülltes, aufrecht stehendes Glasrohr. Segelte ein Schiff gegen dieses Rohr, so brach es ab, ergoß seinen Inhalt auf eine chem. Mischung und explodierte dadurch die Ladung. Diese Einrichtung war sehr unzuverlässig und die russischen T. fügten der engl. Flotte auch keinerlei Schaden zu. Der österr. Baron Ebner vervollkommnete jedoch die T. bedeutend, indem er sie vom Lande aus durch Elektricität entzündete. Während des ital. Kriegs von 1859 wurden die Hauptkanäle Venedigs durch ein geregeltes Verteidigungssystem Ebnerscher T. geschützt. Da inz. Flotte den erwarteten Angriff nnte die Wirksamkeit derselben nicht Im amerik. Kriege kamen die T. zur praktischen Wirkung. Hier benit ihrer Herstellung und Vervollderühmte Hydrograph Maury (s. d.), onföderierten die Organisation der rtragen war. Er erzielte damit beze; zwei nordstaatliche Kriegsschiffe zerstört, eine Reihe anderer schwer er auch ein südstaatliches Panzerteinem an einer Stange befestigten Ingriff einer Dampfbarkasse in die er stabilen Torpedos (Defen- oder Seeminen, Fig. 4) werden sen gefertigt und man gibt ihnen eine Zährend man sie früher mit Pulver Dualin füllte, nimmt man jetzt allaumwolle als Ladung, welche bei ien die größte Sprengkraft äußert; Schießbaumwolle genügen für alle dem Deckel dieser T. befinden sich raubungen, in denen Glasröhren üllt sitzen, die beim Zerbrechen, wie issischen T., sich auf eine chem. Mi- und die Explosion bewirken. Zum se Röhren mit Bleikappen umgeben, z eines Schiffs sich biegen und die hen. Immerhin war dies aber für dienungsmannschaften sehr gefährsch-Französischen Kriege von 1870 den die deutschen Flußmündungen ntakttorpedos geschützt. Beim ehmen derselben explodierten jedoch st und töteten viele Renschen. Man borpedos deshalb so weit verbessert, h explodieren können, wenn vorher eiteter elektrischer Strom geschlossen Vorrichtung (elektrischer Kongibt jetzt eine unbedingte Sichereitige Sprengung (Fig. 1). Der m wird erst durch die T. geleitet, egt sind, und wieder entfernt, be-Üfnimmt. Man legt jetzt die Torachbrettförmig in zwei bis drei nander in Abständen von 30 bis in durchgehendes Schiff unbedingt en muß. Nach der neuesten deut-Nomenklatur werden alle festliegenen Sprengkörper als Seeminen, jedoch als Torpedos bezeichnet. der Tafel stellen die Explosion n dar. weglichen Torpedos (Offengibt es dreierlei Arten: den Stan-Harvey⸗ oder Ottertorpedo und den teheadtorpedo, welche alle drei als dienen. er Stangentorpedo ile eines Dampffahrzeugs an einer chen Stange befestigt. Beim Anwor man mit dem feindlichen Fahrung kommt, über Wasser gehalten ikt, nachdem vorher der elektrische leitet ist. Durch den Kontalt mit ießt sich der Strom und die Explozm Russisch-Türkischen Kriege von wurden zwei türk. Monitors auf den Russen mit solchen Stangentorpedos in Nachtangriffen von Booten aus zerstört. Der Harvey- oder Ottertorpedo, nach seinen Erfindern (den Brüdern Harvey, Kapitänen der engl. Marine) so benannt, hat die ungefähre Form eines Schiffsrumpfes, ist 1 bis 1½ m lang und wird von dem angreifenden Schiffe auf 20 bis 30 m Entfernung durch eine besondere Vorrichtung seitwärts an der Oberfläche geschleppt. Jene Vorrichtung gestattet, daß der T. kurz vor dem Angriff durch Nachlassen des Schlepptaues tauchen kann, um so unter den Boden des feindlichen Schiffes zu gelangen und dort durch Kontakt mit seinen Zündern zu explodieren. Die Leitung des Harveytorpedos erfordert jedoch sehr viel Aufmerksamkeit und Umsicht; er ist auch bereits durch den von dem Engländer Whitehead (Ingenieur in Fiume) erfundenen Fischtorpedo verdrängt. Der Fisch- oder Whiteheadtorpedo hat annähernd die Form eines Fisches oder einer an beiden Enden spitzen Cigarre und eine Länge von 3 bis 4m. Seine Hülle besteht aus Stahlblech oder Bronze und er selbst aus drei Teilen, aus dem Kopf mit der Ladung, aus dem Teil, welcher das Gleichgewicht des T. in einer bestimmten Höhe unter Wasser vermittelt, und aus der Maschine, welche eine oder zwei Schrauben in Bewegung setzt. Die treibende Kraft ist komprimierte Luft, welche mit 70 Atmosphären Druck in den T. gepumpt wird. Er hat sowohl ein vertikales wie ein horizontales Steuerruder, mit denen er sich selbst steuert, und wird auf verschiedene Weise in Gang gebracht. Entweder schießt man ihn mit komprimierter Luft unter Wasser aus einem Rohr, das fest im Schiff angebracht ist und zwar in seiner Kielrichtung, sodaß man mit dem Schiffe selbst Ziel nimmt, oder aus Torpedokanonen. Dies sind kanonenähnliche, aber leichtere Gestelle, auf dem Ober- oder Batteriedeck placiert, denen man Höhe- und Seitenrichtung geben kann, wie den Geschützen. In der Lafette befindet sich ein Röhrensystem zur Aufnahme komprimierter Luft von sehr hohem Druck. Die Offnung eines Ventils stößt dann den T. aus dem Rohr. Beim Verlassen desselben streift ein kleiner Hebelarm an eine Nase und setzt dadurch die Maschine in Thätigkeit, sodaß der T., nachdem er entweder das Unterwasserrohr verlassen oder aus der Kanone geschossen das Wasser erreicht hat, sich selbst weiter bewegt. Eine dritte Art, den Fischtorpedo abzulassen, ist folgende: An den Seiten eines Fahrzeugs eben unter der Wasserlinie wird ein aus Metallstäben gebildeter Cylinder in der Kielrichtung befestigt, in den man den T. hineinschiebt. Da der Cylinder durchbrochen ist, umspült das Wasser den ganzen T. und man kann letztern selbstthätig abgehen lassen, indem man nur durch einen Hebeldruck seine Maschine in Thätigkeit setzt, ohne komprimierte Luft zum Ausstoßen zu brauchen. Alle drei Abgangsarten sind in der deutschen Marine vertreten, jedoch ist man in neuerer Zeit fast allgemein zu dem Schießen aus Unterwasserröhren, als dem zuverlässigsten übergegangen und sind unsere meisten größern Schiffe, sowie alle Torpedoboote, deren Zahl für die deutsche Marine auf 150 gebracht werden soll, damit ausgerüstet. Die Fischtorpedos sind sehr gefährlich, aber auch teuer; sie kosteten bisher 6000 Mark das Stück. Ihre mittlere Treffweite ist 700 m, ihre mittlere Geschwindigkeit 7 bis 7, Km in der Stunde (Im in der Sekunde), also nicht viel größer als die schneller Schiffe, wodurch ihre Wirkung bei beweglichem Ziel, d. h. in der Seeschlacht, beschränkt wird. Bis vor nicht langer Zeit litt die Kriegsbrauchbarkeit der T. unter einer Reihe von Mängeln. Viele derselben sind jedoch beseitigt und werden die T. in zukünftigen Seekriegen eine hervorragende Rolle srirlen. Vgl. »T. und Seeminen in ihrer histor. Entwickelungs (Berl. 1878).