FeedTorquay (spr. Torki)
ErdkundeBrockhaus 1882

Torquay (spr. Torki), engl. Seebad an der Südküste von Devonshire, berühmt wegen der vereinten Vorzüge eines fast südlich-milden Klimas und einer malerischen Lage, worin nur wenig andere Seebäder Englands ihm gleichkommen. Die Stadt liegt 30 km südlich von Exeter, mit dem es durch Eisenbahn in Verbindung steht, an einem Einschnitt der Nordseite der Torbay, an einer ziemlich steilen Küste, die sich vom Meeresufer terrassenförmig zu hohen luftigen Klippen erhebt, und ist, dieser Bodenformation entsprechend, in eine untere und eine obere Stadt geschieden. Die obere Stadt besteht größtenteils aus Villen, die im Grün einer üppigen Vegetation, in baum- und blumenreichen Gärten malerisch verstreut liegen. Die untere Stadt ist enger, aber dennoch sehr freundlich gebaut und enthält öffentliche Gärten, eine Markthalle, ein Theater, zwei Klubhäuser und zwei durch Aktiengesellschaften angelegte prächtige Hotels. Neuerdings wurde auch der Hafen von T. erweitert, und die Bevölkerung treibt ziemlich lebhaften Handel mit Bauholz, Kohlen und Marmor, welcher letztere in großer Mannigfaltigkeit und Schönheit in den benachbarten Bergen vorkommt. Im Mittelalter lag hier eine Abtei Torre. Zu Anfang des 19. Jahrh. noch ein Fischerdorf, kam T. zuerst in Aufschwung durch die Familien engl. Seeoffiziere, die, während die engl. Kanalflotte in den großen Kriegen jener Zeit häufig in Torbay ankerte, den Ort zum Wohnsitz nahmen. Seitdem nahm der Ruhm seines Klimas rasch zu, bis gegenwärtig das ehemalige Fischerdorf in eine moderne Stadt von (1881) 24 765 E. umgewandelt ist. Wegen seiner ungemein milden und gleichmäßigen Temperatur wird T. vorzugsweise als Winteraufenthalt für Schwindsüchtige empfohlen. T. ist eine Hauptstation der Küstenwachten. Die Torbay wird nördlich durch das Vorgebirge Hopes Nose und südlich durch das Kap Berry Head begrenzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 762Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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