Toul, befestigte Kreisstadt im franz. Depart. Meurthezet-Moselle, an der Mosel, dem Rhein-Marnekanal und den Linien Paris-Avricourt und T.⸗Frenelle der Ostbahn gelegen, Kriegsplatz zweiter Klasse, 23 kmeöstlich von Nancy, mit (1881) 7260, als Gemeinde 10012 CE., die Weinbau, Glasfabrikation, Handel mit Produkten treiben. Im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 wurde 14. Aug. 1870 die Festung zur übergabe aufgefordert, 16. Aug. ein erfolgloses Gefecht seitens Truppen des 4. preuß. Korps nahe der Festung geliefert, bald darauf eine vorübergehende, 10. Sept. eine ernstere Beschießung mit schweren Geschützen gegen T. begonnen, und nach achtstündiger energischer Beschießung ergab sich T. 23. Sept. 1870 auf Grund der Kapitulationsbedingungen von Sedan. Durch den Fall der Festung wurde die Eisenbahnverbindung bis Lagny vor Paris frei. Vgl. Werder, Die Unternehmungen der deutschen Armeen gegen T. im J. 18705 (Berl. 1875). Nach dem Friedensschlusse ist T. bedeutend erweitert und zu einer Festung von hervorragender Bedeutung umgeschaffen worden. Die Stadt besitzt eine alte bastionäre Umwallung und einen Fortsgürtel von 35 Em Ausdehnung, der sich auf 40 Km erweitert, wenn man das Fort Lucey auf dem Bois de Quart mit zu den Werken T.s zählt. Nördlich des Rhein-Marne-Kanals liegen: Fort St. Michel auf dem Mont-St. Michel nordwestlich der Stadt, gewissermaßen die Citadelle des ganzen Platzes und sehr stark, eine geschlossene Schanze auf der Cote de Barine westlich davon, Fort Cerouve auf der Höhe nördlich des Dorfes Cerouve, Schanze Bruley nordwestlich des gleichnamigen Dorfes, weiter ab das Sperrfort Lucey. Zwischen dem Rhein-Marnekanal und dem linken Moselufer liegen: Fort Domgermain, 5¼¾ kin südwestlich des Hauptwalls und nordwestlich des gleichnamigen Dorfes, sehr stark; Fort du Tillot, 4 km südlich davon auf der abgeholzten Hochfläche zwischen der Straße nach Blenodle-Toul und der Römerstraße nach Langres, Schanze La-Haye-St.⸗Jacques östlich der Straße nach Blenod-le-Toul. Rechts der Mosel liegen: Fort Dommartin nahe der Nordwestspitze des gleichnamigen Waldes, sehr stark; Fort Gondreville, 1½ kmusüdöstlich der Kirche des Fleckens Gondreville, Fort und Schanze Villey-le-Sec nördlich, beziehungsweise östlich des gleichnamigen Ortes. Die Werke sind vollendet und mit Sicherheitsarmierung versehen, auch enthält der Platz bedeutende Kriegsvorräte und bildet mit Verdun und Epinal einen der Haupt-Tono der franz. Ostgrenze. onlon, Hauptstadt eines Arrondissements des franz. Depart. Var (Provence), Kriegshafen und Festung ersten Ranges, Hauptstation der franz. Mittelmeerflotte und Hauptort der fünften Seepräfektur, sowie einer militärischen Subdivision, Frankreichs zweiter Kriegs- und zehnter Handelshafen, liegt 929 km im Südsüdosten von Paris, 18 km westlich von Hyeres, an der Mittelmeerbahn (Marseille-Nizza), im Hintergrunde der Bai von Toulon, deren Eingang durch die zwei vorspringenden Landzungen des Cap Sepet und des 360 mhohen Cap Sicié verengt wird. Innerhalb Cap Söpet, wo ein Leuchtturm steht, befindet sich die kleine oder äußere Reede von 20 m Tiefe, gegen den Ostwind geschützt durch die Felsen des 550 m hohen Faron, nördlich der Landzunge die große oder innere Reede von 10 m Tiefe, unmittelbar an der Stadt zwei durch großartige Molen und Kais gebildete Bassins von 10 m Tiefe, nämlich der alte und der neue Hafen, Darse wieille und Darse-neuve, von denen der erstere Eim Osten) für Handels⸗ und Kriegsschiffe, der letztere im Westen) nur für Kriegsschiffe bestimmt und seit 1856 bedeutend erweitert ist. Ein drittes, bei der südöstl. Vorstadt La-Rode gegrabenes Bassin, der Port-Marchand, nimmt nur Schiffe von 5 bis 5,5 m Tiefgang auf. Außerdem gibt es noch westlich vom neuen Hafen die Darse de Castigneau. Stadt, Reede und Hafen sind durch vier Küstenbatterien, Redouten und zwölf auf den Höhen gelegene Forts verteidigt. Die Stadt selbst ist in Form eines Halbkreises erbaut, dessen Sehne der fast in gerader Linie fortlaufende Kai der beiden Häfen bildet. Sie hat aber, seitdem durch Dekret von 1852 die alten Festungsmauern auf der Nordseite demoliert und durch eine weiter hinausgerückte neue Enceinte ersetzt worden, auf dieser Seite ein völlig verändertes und verschönertes Ansehen gewonnen. Auch das Innere der alten Stadt hat, obwohl die Häuser hoch, die Straßen im allgemeinen eng sind, durch die vielen Baumpflanzungen der Straßen und öffentlichen Plätze, namentlich der alten und neuen Place d'Armes, und die Menge von Fontänen und Brunnen lüber 200) ein freundliches Ansehen; indes ist noch manches in sanitätischer Hinsicht zu thun, und infolge der Cholera von 1884 und 1885 haben sich Staat und Gemeinde vereinigt, um für Reinlichkeit und Bewässerung zu sorgen. Beachtenswerte Gebäude sind die ehemalige bischöfl. Kathedrale Ste.⸗Marie-Majeure, im roman. Stile 1096 aufgeführt, 1119 und 1154 im Kreuzbogenstil umgebaut, 1609 und 1660 erweitert, mit schöner Fagade, hübschen Kapellen und Gemälden; das Rathaus, dessen Balkon zwei ausgezeichnete Karyatiden, ein von Puget 1656 vollendetes Werk, tragen; der neue Justizpalast, das neue Theater (1861 vollendet), das neue Lyceum und das allgemeine Hospital La-Charité. Die größte Merkwürdigkeit T.s ist das Marinearsenal, das sich 8 Kmeweit hinzieht und über 160 Mill. Frs. gekostet hat; es umfaßt einen Raum von 200 ha und zeichnet sich durch Größe und zweckmäßige Anlagen aus. Erst Heinrich IV. gründete das Arsenal und Richelieu erweiterte es. Bereits 1645 lieferte es eine Flotte von 36, 1670 von 42 Linienschiffen. Durch Vauban wurde 1680 der Neubau des Arsenals begonnen, in welcher Gestalt es im wesentlichen bis 1856 verblieb, wo eine Vergrößerung des Hafenbassins, ein fast durchgängiger Neubau des Etablissements, sowie die Anlage zwei neuer Docks (es bestand bis dahin nur eins) in Angriff genommen und in wenigen Jahren vollendet wurden. Zum Arsenal gehört der 320 m lange und 20 m breite Seilersaal, die Schmiede (mit einem 2500 kg schweren Hammer), die beiden bedeckten Buchten von 35 m Höhe, m Breite und 82 m Länge, das Hauptmagazin, der 50 m lange und Um breite Waffensaal, die Waffenschmiede, die drei Ausbesserungsbassins, der Modellsaal u. s. w.: der 1682 eingerichtete Bagno, der einzige, der nach dem Gesetz von 1852 in Frankreich noch existierte, ist 1873 definitiv aufgehoben worden. Außer dem Hauptarsenal bestehen noch zwei bedeutende Hilfsarsenale, das von Castigneau im Westen, längs dessen neuen Teile sich die neue Darse de Missiessy hinzieht, und das von Mourillon im Südwesten der Stadt. Ersteres zieht sich längs der Reede 5 Km bis La Seyne hin und umfaßt 37 ha. Darin befindet sich die Marinebäckerei mit 20 Ofen, die Kesselschmiede, eine der größten Gießereien Frankreichs, die Aiustierwerkstatt, die Schmieden (mit Hämmern bis 6000 kg Schwere), das Motorengebäude mit einem 72m hohen Schornsteine, drei Werftbassins das 125 m lange Werkzeugmagazin u. s. w. Letzteres, mit dem 1848 erbauten viereckigen Turm von sechs Etagen, umfaßt ungeheuere, mit Seewasser gefüllte Gräben, in denen die Vorräte an Hölzern aufbewahrt werden; zahlreiche gemauerte Schuppen, eine Dampfsäge, große offene Buchten und elf kleinere zum Schiffbau, die Schmieden zum Bau eiserner Schiffe, das Metallmagazin u. der großartigsten Gebäude seiner Art den Jesuiten unter Ludwig XIV. 1 Marinehospital; ein Annex dazu ist das! hospital St.⸗Mandrier auf der Halbins einer sehr schönen Kapelle. T. zählt (1 als Gemeinde 70103 E. Die Stadt hat eine sur Schi Schule nebst Sternwarte nar für Schiffsprediger, eine Schule ärzte, Schiffsjungen, Maschinenheizer schaft für Wissenschaften und Litter Kunstverein, ein Museum, einen bo eine Stadtbibliothek, eine Handelsbi Bankfiliale. Die Umgebung T.Sliefer (Coteau-de-Lamalgue), Oliven, Feiger und Kapern. Sehr bedeutend ist die Die industrielle Thätigkeit der Stat knüpft sich großenteils an das Arsenal beiter), und auch zwei Dritteile der Cit ren den Approvisionnements der Fle bestehen Werfte für Handelsschiffe, . s. w. Eins [Tauwerk, Segeltuch, Tuch, Filzdecken, Strumpft ist das von wirkerei und Messerschmiedewaren, Seife, Lichte 1680 erbaute u. s. w. Bedeutend ist der Küstenhandel. Einneue Marine⸗ geführt wird Getreide, Bauholz, Olkuchen, Zucker, sel Söpet, mit Kaffee, Hanf, Eisen, Steinkohlen; ausgeführt: 1881) 48832, Weine, Gerbrinde, Ole, Gips, Ziegel u. s. w. t ein Lyceum, T. hieß zur Römerzeit Telo Martius, war aber e, ein Semi⸗ ohne Bedeutung. Im 5. oder 6. Jahrh. wurde es für Marine⸗ Bischofssitz, was es bis zur großen Revolution blieb. Topographische Lage von Toulon. u. s. w., eine Nachdem es 389 die Sarazenen zerstört, baute es e, eine Gesell⸗ der Graf Wilhelm I. von Arles wieder auf. Nach ratur, einen dem Untergange der Grafen dieses Hauses 10³² otan. Garten, erhielt es seine eigenen Grafen. In den V. 1178„ örse und eine 1196 und 1211 belagerten und verwüsteten es die rt gute Weine Sarazenen aufs neue. Die Stadt wurde 1707 von n, Südfrüchte den Verbündeten unter dem Herzog von Savoyen e Seefischerei. und dem Prinzen Eugen zu Lande und von der dtbevölkerung holländ. Flotte zu Wasser bombardiert und größten1 (10000 Ar⸗ teils zerstört. Doch mußten die Verbündeten infolge nfuhren gehö⸗ der tapfern Verteidigung des Marschalls Tesse otte an. Es endlich die Belagerung aufheben. Zwischen T. Fabriken fr und den Hyerischen Inseln fiel 1744 eine große Seeschlacht zwischen der engl. undfranz.⸗span. Flotte vor, in welcher die erstere siegte. Während der Revolution übergaben 29. Aug. 1793 die dem neuen System und dem Konvent abgeneigten Bewohner und Soldaten in T. die Stadt durch freiwillige Üübereinkunft der engl. und span. Flotte unter Admiral Hood. Darauf belagerten die Republikaner T. und eroberten dasselbe hauptsächlich durch Bonapartes Kriegskunst, der hier zum ersten mal mit Auszeichnung genannt wird. Vgl. Teissier, Mistoire des divers agrandissements et des fortifications de la ville de T.„ (Par. 1874.