FeedMezieres
ErdkundeBrockhaus 1882

Mezieres, franz. Festung und Hauptstadt des Depart. Ardennen, Sitz eines Präfekten, auf einer Einbiegung am rechten Ufer der Maas und an der Ostbahnlinie Rheims-Givet, die hier nach Diedenhofen und Hirson abzweigt, hat auf seiner Ostseite eine Citadelle und ist im allgemeinen schlecht gebaut. Die Stadt zählt (1881) 4312 C. und hat ein Lehrerseminar, eine Ackerbaukammer, eine Geschoßfabrik, sowie Eisenwarenfabriken, Brauereien, bedeutende Gerbereien und in der H die Pulverfabrik von St. Ponce. — M. galt im Mittelalter für einen der festesten Plätze Frankreichs, dient jedoch jetzt nur als Eisenbahnsperre und wurde seit 1877 durch den Bau des Fort Ayvelles verstärkt. Durch den Ritter Bayard wurde die Stadt 1525 aufs tapferste gegen Kaiser Karl V. verteidigt. Im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 kapitulierte M. nach zweitägiger Beschießung 2. Jan. 1871. Gegenüber liegt, durch eine Brücke von 26 Bogen mit M. verbunden, die freundliche, regelmäßig gebaute, früher gleichfalls befestigte Stadt Charleville, mit einem Tribunal erster Instanz, einem Handelsgericht, einer Manufakturenkammer, einem Kommunal-Collége, einem Lehrerseminar, einer Gewehrfabrik, einem Theater und einer öffentlichen Bibliothek von 23000 Bänden und 400 Manuskripten; sie ist der gewerbreichste Ort des Departements, hat Eisen⸗ und Nagelschmieden, die jährlich bis 6 Mill. Kilogramm Nägel liefern, Fabriken von Luxuswaffen, Pfeifen, Bürsten, Leder, Zucker u. s. w. und zählt (1881) 16 185 E. Der Handel mit diesen Fabrikaten und mit Getreide ist sehr lebhaft. Die Stadt wurde von Karl von Gonzaga, Herzog von Nevers und Mantua, 1606 erbaut.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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