Tourcoing, Fabrikstadt von (1881) 33 754 (Gemeinde 51895) E. im franz. Norddepartement, Arrondissement Lille, in fruchtbarer Gegend, Station der Linien Paris-Lille-T.⸗Mouscron und Somain-Orchies-Menin der Nordbahn, 11Kkmim NNO. von Lille, hat Woll⸗-, Baumwoll⸗, Flachs- und Seidenspinnereien mit wenigstens 400000 Spindeln, Wollkämmereien, Woll⸗ und Baumwollzeugfabriken, Färbereien, Teppich- und Bonneterie—⸗ Daumm Ateliers de mécanique, Fabrikation von aumwollbändern, Seife, Kartoffelmehl, Stärke und Messerschmiedewaren. Außerdem unterhält die Stadt Buchdruckereien, Zucker- und Salzraffinerien, Bierbrauereien und Gerbereien und treibt, neben fünf ansehnlichen Jahrmärkten, einen bedeutenden Handel, namentlich mit Fetten für Fabriken, mit Steinkohlen und mit ihren Fabrikaten (Tourcoing-Artikel). Architektonisch bemerkenswert sind das Stadthaus und die St. Christophskirche. Die Stadt hat zwei Friedens- und ein Arbeiterschiedsgericht, eine Manufaktur- und Gewerbekammer, ein Kommunal-Collége, eine landwirtschaftliche und eine Gartenbaugesellschaft. In der Umgegend baut man Getreide, Hopfen, Flachs, OÖlgewächse und Tabak. Bei T. fanden 25. Mai, 22. Juli und 27. Aug. 1793 Gefechte zwischen den Franzosen und Osterreichern statt und 18. Mai 1794 schlug Pichegru den Herzog von Nork auf der Linie von T. nach Pont-à-Marque. An letztern Sieg erinnert eine Pyramide in der Stadt.