Trinidad, nächst Jamaika die größte brit. Insel in Westindien, die südlichste und größte der Kleinen Antillen, am Ausfluß des Orinoco, von dessen Delta sie durch die Bocca de Serpente (Serpents Mouth) oder Boca del Soldado getrennt ist, und vor dem Golf von Paria gelegen, hat einen Flächenraum von 4544 akm und bildet ihrer Konfiguration nach die äußerste Fortsetzung des Küstengebirges von Venezuela, von dem sie durch die Vocca de Dragos (Dragons Mouth) getrennt ist. Die äußersten Vorgebirge sind: Punta Galera im NO., Galeota im SO., Icacos im SW. und Mona im NW. Die Insel ist an der Nord⸗ und Südküste mit von Westen gegen Osten streifenden, bis (im Mount Maracas an der Nordküste) 945 m hohen Gebirgen und im mehr ebenen Innern mit dichten Waldungen und auch Mangrovesümpfen bedeckt, hat im SW. Schlammvulkane und bei Brea einen See, auf dem sich schwimmende Inseln von Erdpech befinden. Da sie außerhalb der Region der verheerenden westind. Orkane liegt, so gewährt sie eine sichere Station für die Schiffe. Das Klima ist das gewöhnliche westindische, doch minder ungesund als das der nördl. Antillen. Die Insel Zeigt sich sehr gut bewässert und von höchster Fruchtbarkeit. Hauptprodukt ist der Zucker, dann Kakao. Der Anbau der übrigen tropischen Produkte ist kaum nennenswert, nur der von Baumwolle und Reis nimmt zu. Die Wälder liefern rote Cedern, die ein vorzügliches Schiffbauholz abgeben, viele Hirsche, wilde Schweine und Hühner. Die Zahl der Einwohner belief sich 1883 auf 155 532, 1871 auf 109638, von denen 61237 in T., 22880 KRulis) in Indien, 13 707 in Britisch-Westindien, 4256 in Afrika, 2195 in Venezuela, 954 in Großbritannien, 1400 in China und 605 in Portugal geboren waren. Die Weißen sind der Mehrzahl nach span. Herkunft; auch ist die span. Sprache im Umgange noch die herrschende; 1871 waren 3347 Eigentümer und Pflanzer, 44762 dagegen Arbeiter. Die schwarze Rasse bildet die Mehrzahl der Bevölkerung. 2. bildet ein eigenes Gouvernement; dem Gouverneur steht ein ausführender und ein gesetzgebender Rat zur Seite. In kirchlicher Beziehung ist T. dem anglikan. Bischof von Barbadoes untergeordnet; die röm.⸗kath. Kirche, welche auf der Insel herrscht, steht unter einem Erzbischof. Im J. 1883 betrugen die Einnahmen der Kolonie 458000, die Ausgaben 464000, die öffentliche Schuld 599000 Pfd. St.; der Wert der Einfuhr bezifferte sich auf 2663000, der der Ausfuhr auf 2687000 Pfd. St. Von Eisenbahnen waren 1883 71 km im Betrieb. Hauptstadt ist Puerto de España oder Port of Spa in, auch wohl Spanish-Town genannt, eine regelmäßig gebaute Stadt mit (1871) 18980 E., prächtiger Kirche und ebenso sicherm als großem befestigten Hafen an der Westküste. Nahebei liegt in schöner Berglandschaft der Palast des Gouverneurs und ein zoologischer und botan. Garten. Puerto de Espaßa ist mit den Inseln über dem Winde und Kingston auf Jamailca durch unterseeischesjKabel verbunden. Auch besitzt die Insel noch einen ausgezeichneten Hafen im Nordwesten, nämlich den von Chaguarama oder Port-Royal, der die größten Kriegsschisfe aufnehmen kann. Man findet auf T. alte Geräte, Vasen und Glaspasten, was auf das Vorhandensein einer höher ivilisierten Bevölkerung in der Urzeit schließen läßt, als die Karaiben waren, die man bei der Entdeckung der Insel hier vorfand. T. wurde 31. Juli l 1498 von Columbus entdeckt, bald von den Spaniern kolonisiert, in der Folge aber von diesen vernachlässigt und wieder verlassen. Im 17. Jahrh. ließen sich Flibustier auf T. nieder und daneben auch Spanier. Doch erst im 18. Jahrh. unternahmen die Spanier von neuem ernstlich die Kolonisation der Insel, die 1797 von den Engländern erobert und im Frieden von London 1801 förmlich an sie abgetreten wurde. Seitdem hat sie sich unter engl. Herrschaft in jeder Beziehung bedeutend gehoben. Von der Urbevölkerung fanden sich 1797 1078 Seelen vor, 1831 nur noch 762, nach Übersiedelung des Restes auf das gegenüberliegende Festland lebt kein Indianer mehr auf T. Durch die Emancipation der Negersklaven, deren Zahl 1838 sich auf 20657 belief, wurde der Plantagenban so gut wie ganz ruiniert, da die freien Neger seit jener Zeit nicht mehr arbeiteten und sich meist in das gebirgige Innere zurückzogen. Erst als die Einführung der Kulis begann, meist aus Ostindien und China, begannen Produktion und Handel sich wieder etwas zu heben. Vgl. Borde, «Iistoire de Pile de la T. sous le gouvernement espagnolv (Bd. 1, Par. 1876). [Galveston.