Barbadoes, die östlichste der Kleinen Antillen oder Karaibischen Inseln, mit einem Flächeninhalt von 430 qkm, zählt (1878) 177639 E. (darunter etwa 10 Proz. Weiße, 25 Proz. Farbige, der Rest Neger) und ist, wie die kultivierteste, so auch die volksdichteste und nach Jamaica die wichtigste im des brit. Westindien. Das Klima erweist si im anzen ien. Die und gesünder als das des übrigen Westindien. ie Mitteltemperatur beträgt 22* R. Die Oberfläche der dal besteht aus mehrern übereinander aufsteigenden Terrassen, deren höchste, 250 mehoch, von einzelnen Gipfeln überragt wird, von denen der Hillaby 354 m erreicht. Die Insel ist fast ganz von Korallenriffen umzogen. Obgleich ast ohne Spuren vulkanischen Ursprungs, hat B. och eine Anzahl bituminöser Quellen, deren Absluß, Grüner Teer genannt, statt Teer und Lampenöl verbraucht wird. Auch eine mineralische und etliche Salzquellen sowie Kohlen sind vorhanden. Den Erdbeben scheint B. weniger ausgesetzt; daegen wird es von periodischen Orkanen oft 1 bur heimgesucht. Die Fruchtbarkeit des Bodens begünstigt den Anbau, 94 Proz. von der Fläche sind in Kultur und meist in kleine Besitzungen eingeteilt. B. baut den besten Zucker in ganz Westindien; außerdem Baumwolle, Tabak, Kaffee, Indigo, Arrowroot, aber nur wenig Getreide. Der Wert der gesamten 2**U belief sich 1878 auf 1078000 fd. St., der der Einfuhr auf 1103000 Pfd. St. ie Kolonialeinnahmen betrugen (1878) 131 000 „St., die Ausgaben dagegen nur 124000 d. St., die öffentliche Schuld 25000 Pfd. St. ie feste Hauptstadt Bridgetown an der Bai von Carlisle, auf der Südwestseite der Insel, zählt (1871) 21384 E. und ist Sitz des Generalgouverneurs der brit. Windward-Islands, eines anglikan. Bischofs, des aus 12 von der Krone ernannten Mitgliedern bestehenden Rats und der von den Grundeigentümern erwählten General-Assembly. Nördlicher liegt Speightstown mit zwei Kastellen und einer Reede; auf der Ostküste Codrington-⸗College, das wichtigste Erziehungsinstitut Westindiens. Auch befinden sich auf B. vier Stationen der Brüdergemeine. Das Generalgouvernement von B. oder der Windwardinseln umfaßt B., Sta.⸗Lucia, St.⸗Vincent, Grenada mit den Grenadinen und Tobago, zusammen 2150 qkm mit 309686 E. Zum ersten mal wird B. 1518 erwähnt und während des 17. Jahrh. von Portugiesen besucht und benannt, die erste regelmäßige Ansiedelung erfolgte erst 1625 durch engl. Abenteurer unte! Sanktion eines von Jakob I. an den Herzog von Marlborough ausgestellten Patents. Nach Jakobs I. Tode elang es dem Herzoge von Carlisle, an den Marlborough die Insel 1627 verkauft hatte, von Karl J. ein Patent auf alle Antillen zu erhalten. Am 17. Jan. 1652 wurden die Inseln für die engl. Krone in Besitz genommen durch eine Kapitulation, die alle Gesetze und Freiheiten der Bewohner bestätigte. Seit der Thronbesteigung Karls II., welcher den Antillen eine Charte gewährte, daab. aber eine erst 1838 aufgehobene drückende Abgabe auf die Ausfuhr legte, begann auf B. eine endlose Reihe innerer Kämpfe zwischen den Gouverneuren und der Assembly. Hierzu gesellten sich große Verwüstungen durch Orkane, wie 1675 und 1694, und das Gelbe Fieber (1692), wodurch der Wohlstand der Kolonie oft auf harte Proben gestellt ward. Doch trugen diese Gefahren und Beschwerden auch viel dazu bei, die Volkseigentümlichkeit zu entwickeln und eine kräftigere Partei gegen die Regierung herzustellen, als in irgendeiner andern brit. Kolonie. Seit dem 17. Jahrh. nahm im allgemeinen die Bedeutung der Kolonie in hoheim Grade zu, wenn auch wiederholte Orkane (namentlich 1780 und 1831), Erdbeben und Sklavenaufstände sie heimsuchten und die plötzliche Freilassung der Sklaven (1834) einen zeitweiligen Rückgang verursachte. Vgl. Schomburgk, KThe history of B.o (Lond. 1848).