FeedTurin Philosophie
AllerleiBrockhaus 1882

Turin Philosophie, war dann mehrere Jahre Privatdocent, wurde 1873 Professor der PM ilosophie am Lyceum Ennio Quirino Visconti in Rom und ist seit 1877 Professor der Geschichte der Philosophie an der Universität daselbst. Er schrieb: „Storia della dottrina di Cartesiop (Tur. 1866), „La filosofia sperimentale di Giovanni Locke ricostrutta a prioris (Tur. 1867), Analisi storica della filosofia di Locke e di Leibnizo(Tur. 1867), Della libera necessità dei fatti umaniv(Tur.1868), worin er, wie in L'empirie de la logiques (Tur. 1870), die ausnahmslose Gesetzlichkeit alles Geschehens behauptet: «Trattato di filosofla elementaren (Tur. 1869), 4 Benedetto Spinoza e le trasformazioni del suo pensieros (Rom 1875), „Le antitesi tra il medio-evo e Petà moderna nella storia della filosofla (Rom 1878) u. a. m. Turbine oder Kreiselrad, vom lat. turbo, d. i. Kreisellfrz.turbine; engl. turbine, tube-wheel), ein horizontales oder vertikales Wasserrad, welches die Eigentümlichkeit zeigt, daß das Wasser zur Ablauft von Kraft durch Kanäle (Zellen) hindurchäuft, welche mit einer Welle derart verbunden sind, daß sie dieselbe in Umdrehung versetzen. (S. unter Wassermotoren.) Turbot, s. unter Scholle. Türckheim Goh., Freiherr von), deutscher Staatsmann, geb. in Straßburg 10. Nov. 1749, schrieb nach vollendeten Studien die Dissertation De jure legislatorio Merovaeorum et Carolingorum Galliae regum circa sacras (1772) und wurde 1775 Senator, 1784 Ammeister (Bürgermeister“ in Straßburg. In die konstituierende Ras Nationalversammlung 1789 von seiner Vatertadt gewählt, trat er dort als Verteidiger des monarchischen Prinzips und als Anwalt für die Erhaltung der bisherigen deutschen Verfassung und Rechte der Stadt Straßburg und des Elsaß auf und schrieb das «Mémoire de droit public sur la ville de Strasbourg et LAlsace en générals (1789). Da er die Verfassung seiner Provinz nicht retten konnte, erklärte er im Okt. 1789 seinen Austritt aus der Nationalversammlung und zog sich auf seine reichsunmittelbaren Guter in Baden zurück. Seine schon früher angeknüpften Verbindungen mit deutschen Höfen verschafften ihm verschiedene diplomatische Posten, 1803 den eines hessen-darmstädt. Gesandten bei dem Reichstag in Regensburg, 1814 bei dem Kongreß zu Wien, wo er für Hessen die Rent Bundesakte unterschrieb, 1819 den eines Beollmächtigten der oberrhein. Kirchenprovinz bei den Unterhandlungen in Rom. Darauf zog er sich von den öffentlichen Geschäften zurück und lebte auf seinem Gute zu Altdorf in Baden, wo er 28. Jan. 1824 starb. Von seinen Schriften sind noch zu 1 Tablettes généalogiques des ducs de Zae aringen, marggraves et grandducs de Baden (1810) und »Histoire généalogique de la maison souveraine de Hesse depuis les temps les plus reculéês jusqu'à nos jourss (1819). Johann, Freiherr von T., Sohn des vorigen, bad. Staatsmann, geb. 17. Okt. 1778 in Straßburg, studierte 1793 in Tübingen, dann in Erlangen die Rechte, war 1799—1803 österr. Offizier, 1803 —1808 sachs. Gesandter bei der fränk. Kreisversammlung in Nürnberg und trat 1808 in den bad. Staatsdienst. Er wurde 1813 zum Direktor des Main⸗ und Tauberkreises, bald m land zum Direktor des Dreisamkreises, 1819 zum landesherrlichen Kommissar bei der Universität 5 1820 zum Wirklichen Staatsrat ernannt. Als? linister des größherzogl. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten seit 27. Juli 1831, sah er sich genötigt, die reaktionären Bundestagsbeschlusse jener Jahre, welche gegen die bad. Presse, gegen die Universitäten u. s. w. gerichtet waren, zur Ausführung zu bringen. In die letzte Periode seiner amtlichen Thätigkeit fielen die Verhandlungen über Abschluß eines Postvertrags mit Preußen und über den Beitritt Badens zum Deutschen Zollverein. Am 31. Okt. 1835 erhielt er die frher wiederholt erbetene Entlassung aus dem Staatsdienst, lebte von da an auf seinem Landsitz in Altdorf und starb 20. Juli 1847 in Ragaz in der Schweiz. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: «„Beobachtungen auf dem Gebiete der Verfassungs⸗ und Staatenpolitibo (2 Bde., Freiburg 1845). Hans, Freiherr von T., Sohn des vorigen, geb. 5. Dez. 1814 in Freiburg i. Br., war 1849—64 Rat im bad. auswärtigen Ministerium und Mitglied der Ersten Kammer, wurde 1864 bad. Gesandter in Berlin und 1871 Mitglied des Bundesrats.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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